Wissenschaft

Wasserfest Songkran in Thailand: Touristenzahlen brechen ein

Teure Flüge und hohe Energiepreise sorgen in Thailand für eine Touristenflaute zum Neujahrsfest Songkran. Die Regierung plant nun auch Einschränkungen bei Tankstellen – aber erst nach den Feiertagen.

09.04.2026

Gerade auf der beliebten Insel Ko Samui erwartet die Tourismusbranche einen deutlichen Einbruch der Touristenzahlen. (Archivbild)Carola Frentzen/dpa

Gerade auf der beliebten Insel Ko Samui erwartet die Tourismusbranche einen deutlichen Einbruch der Touristenzahlen. (Archivbild)Carola Frentzen/dpa

© Carola Frentzen/dpa

Ausgerechnet zum wichtigsten Fest des Jahres brechen in Thailand die Touristenzahlen ein: Kurz vor dem traditionellen Neujahrsfest Songkran, das als Hochsaison für den Tourismus gilt, melden Branchenvertreter deutlich sinkende Buchungen. Hintergrund sind die stark gestiegenen Reisekosten - als Folge der durch den Iran-Krieg ausgelösten Energiekrise.

Songkran (vom 13. bis 15. April) ist das bedeutendste Fest Thailands: Millionen Menschen reisen üblicherweise durchs Land, während Urlauber aus aller Welt an ausgelassenen Wasserschlachten teilnehmen. Doch in diesem Jahr ist die Stimmung gedämpft: Reiseveranstalter berichten landesweit von Stornierungen und schwacher Nachfrage. Hohe Treibstoffpreise und teure Flüge drücken auf die Reiselust. 

Einbruch vor allem aus Europa

„Je länger die Treibstoffpreise steigen, desto weniger wird gereist“, zitierte die Zeitung „The Nation“ Thienprasit Chaiyapatranun, den Präsidenten des thailändischen Hotelverbands (THA). Besonders aus Europa wird Medienberichten zufolge ein deutlicher Einbruch der Besucherzahlen erwartet - daran wird auch die nun vereinbarte Waffenruhe im Iran-Krieg vermutlich nichts mehr ändern.

Zu Songkran finden landesweit ausgelassene Wasserschlachten statt. (Archivbild)Chaiwat Subprasom/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Zu Songkran finden landesweit ausgelassene Wasserschlachten statt. (Archivbild)Chaiwat Subprasom/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

© Chaiwat Subprasom/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Besonders zeigt sich dieser Einbruch auf der auch bei Deutschen beliebten Insel Ko Samui. Dort seien die Buchungen um etwa 50 Prozent gefallen, berichtete die Zeitung „Khaosod“ unter Berufung auf Branchenvertreter. Fähren und Flüge seien deutlich teurer geworden, internationale Tickets hätten sich teilweise nahezu verdoppelt, zitierte das Blatt Ratchaporn Poolsawat, den Vizepräsidenten des thailändischen Tourismusverbandes. Auch Lebensmittel und Alltagskosten sind demnach um mindestens 20 Prozent teurer geworden. 

Tankstellen sollen nachts schließen

Die Regierung reagiert auf die Energiekrise inzwischen mit möglichen Sparmaßnahmen. Ministerpräsident Anutin Charnvirakul kündigte an, die Öffnungszeiten von Tankstellen künftig einschränken zu wollen, um Treibstoff zu sparen. Geplant sei, den Verkauf von Benzin und Diesel nachts zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr zu begrenzen. Die Maßnahme soll jedoch erst nach Songkran umgesetzt werden, um den Reiseverkehr während der Feiertage nicht zusätzlich zu belasten.

Länder in Asien sind vom Iran-Krieg besonders betroffen. Wegen ausbleibender Öl-Lieferungen und höherer Energiepreise haben auch andere Regierungen in der Region schon Sparmaßnahmen eingeführt. Denn auch nach der nun vereinbarten Waffenruhe ist unklar, wann die Öl-Transporte die wichtige Straße von Hormus wieder ungestört passieren können.