Wissenschaft

Vodafone scheut harten Preiskampf und verliert Kunden

Billig ist Trumpf, denkt sich manch Telekommunikationsanbieter, wenn er Werbung macht. Doch Vodafone wollte seine Tarife nicht verramschen - und bekam das im Neukunden-Geschäft zu spüren.

12.05.2026

Der hat gut lachen: Ein Besucher der Mobilfunk-Messe MWC in Barcelona geht im März am Vodafone-Messestand vorbei, an dem ein überdimensionales Retro-Handy als Attrappe aufgebaut ist. Wolf von Dewitz/dpa

Der hat gut lachen: Ein Besucher der Mobilfunk-Messe MWC in Barcelona geht im März am Vodafone-Messestand vorbei, an dem ein überdimensionales Retro-Handy als Attrappe aufgebaut ist. Wolf von Dewitz/dpa

© Wolf von Dewitz/dpa

Der Kundenschwund beim Telekommunikationsanbieter Vodafone Deutschland setzt sich fort. Wie die Firma in Düsseldorf bekanntgab, sank die Anzahl der Festnetz-Internetkunden im Jahresauftakt-Quartal um 90.000 auf rund 9,9 Millionen. In den vier Quartalen zuvor hatte die Firma geringere Rückgänge hinnehmen müssen. 

Auch im Mobilfunk-Geschäft sank die Anzahl der Vertragskunden im Zeitraum Januar bis März 2026 bei der Marke Vodafone und den Zweitmarken SIMon und Otelo, und zwar um 77.000 auf rund 28,8 Millionen. In den vier Quartalen davor war dieser Wert minimal im Plus oder knapp im Minus gewesen. Nun geht es deutlich bergab.

Abgesehen von dieser wenig erfreulich Kundenentwicklung hatte die Deutschlandtochter des britischen Vodafone-Konzerns auch Positives zu berichten. Denn der Service-Umsatz stieg im ersten Quartal des Kalenderjahres 2026 um 1,3 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro. Vor einem Jahr war noch ein Minus von 6 Prozent verbucht worden, danach wurde es schrittweise besser.

Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot sieht seine Firma auf dem richtigen Weg.Thomas Banneyer/dpa

Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot sieht seine Firma auf dem richtigen Weg.Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

Weniger Vertragskunden, aber mehr Umsatz

Dass der Umsatz zuletzt stieg, während die Vertragskunden-Zahlen sanken, hatte unterschiedliche Gründe. Zum einen wollte Vodafone nicht so recht bei dem harten Preiskampf am Markt mitmachen und strich daher einige Werberabatte, die Preise für Neukunden stiegen also im Schnitt. „Wir setzen nicht auf Neukunden um jeden Preis“, sagte Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot. 

Außerdem kamen mehr Mieteinnahmen in die Kasse: Vodafone öffnet sein Netz für andere Firmen, die dafür Geld zahlen - allen voran Konkurrent 1&1, der zwölf Millionen Handykunden vom O2-Netz auf das Vodafone-Netz hievte. Dort, wo die 1&1-Kunden keine 1&1-Antennen haben, werden sie mit den Vodafone-Sendemasten verbunden. Positiv war zudem, dass das lange schwächelnde Firmenkunden-Geschäft von Vodafone anzog.

Das Betriebsergebnis für ein Quartal veröffentlicht Vodafone Deutschland nicht. Im gesamten Geschäftsjahr 2025/26, das Ende März abgeschlossen wurde, lag der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und nach Leasingaufwendungen (EbitdaAL) bei rund 4,2 Milliarden Euro und damit 3,3 Prozent niedriger als im Geschäftsjahr 2024/25. Der Service-Umsatz sank in dem Geschäftsjahr minimal um 0,2 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. Besonders die ersten zwei Quartale waren mäßig verlaufen.

Mit Blick auf das vierte Quartal im Geschäftsjahr, das zugleich das Kalenderjahr-Auftaktquartal war, sagte Manager de Groot: „Wir setzen unser moderates Umsatzwachstum im sehr angespannten Marktumfeld fort.“ Man werde den eingeschlagenen Weg weitergehen und weiter in die Netze und den Kundenservice investieren. Vodafone Deutschland hat seinen Firmensitz in Düsseldorf, deutschlandweit hat die Firma gut 13.000 Beschäftigte.