Wissenschaft

Studie: NRW ist Spitzenreiter in der TV-Produktionsbranche

Ob „Let’s Dance“, „Masked Singer“, „Unter uns“ oder „Wer wird Millionär“: Die Liste von TV-Produktionen aus NRW ist lang. Eine Studie zeigt die starke Position des Bundeslandes in der Fernsehbranche.

06.02.2026

„Kamera ab!“ Es wird gedreht - wie hier bei einer Produktion für RTL in Köln.Rolf Vennenbernd/dpa

„Kamera ab!“ Es wird gedreht - wie hier bei einer Produktion für RTL in Köln.Rolf Vennenbernd/dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa

Nordrhein-Westfalen steht bei Film- und Fernsehproduktionen einer Studie zufolge gut da. Wie aus einer Branchenstudie des Beratungsunternehmens Goldmedia hervorgeht, kommen die Firmen mit Sitz in NRW im Jahr 2024 auf 44 Prozent aller in Deutschland produzierten Minuten von Filmen, Serien und anderen Sendungen. Das waren 2 Prozentpunkte mehr als zwei Jahre zuvor. 

Auf Platz zwei folgte 2024 Bayern mit einem Anteil von 19 Prozent, dahinter kam Berlin mit 13 Prozent. Es geht um Erstveröffentlichungen von Sendungen aus den Bereichen Entertainment, Fiktion, Dokumentation und Sonstiges. Um Nachrichten und Sportveranstaltungen sowie generell um Livestreams geht es nicht.

In der Untersuchung ist der Firmensitz entscheidend - wird eine Sendung in einem anderen Bundesland oder im Ausland gedreht und bearbeitet, so wird sie in der Studie trotzdem NRW zugerechnet, wenn die Produktionsfirma ihren Sitz in dem Bundesland hat. Es geht zudem um Erstveröffentlichungen.

In der Branche sind in NRW der Studie zufolge 158 Firmen tätig, viele von ihnen sind in Köln oder in dessen Umland angesiedelt. Dazu gehören ITV Studios Germany („Das perfekte Dinner“), Just Friends Productions („Die Tierdocs! - Pfotenhelden mit Herz“), Filmpool („Richterin Barbara Salesch“), eine Deutschlandtochter von Warner Bros. („Aus dem Leben“) oder Ufa Show & Factual („Deutschland sucht den Superstar“). Köln hat sich auch wegen des dortigen Fernsehsenders RTL, der viele Produktionen in Auftrag gibt, zu einem großen Branchenstandort entwickelt.

Minutenzahl gesunken

Alle deutschen Film- und Fernseh-Produktionsfirmen, die für diese Studie relevant waren, kamen im Jahr den Angaben zufolge auf rund 751.000 Programmminuten, was ein Minus von drei Prozent im Vergleich zu 2022 war - damals war ein Rekordhoch erreicht worden. Danach fuhren Streamingdienste ihre Investitionen runter und die Rezession führte dazu, dass die Wirtschaft weniger Geld für Werbung ausgab, wodurch die Fernsehsender weniger Geld für neue Produktionen hatten. 

Klassische Fernsehproduktionen waren rückläufig, dafür gab es aber deutlich mehr Aufträge für On-Demand-Sendungen - also Filme oder Serien für Streaminganbieter.

Die Studienautoren gehen davon aus, dass die deutschen TV-Sender 2024 rund 2,9 Milliarden Euro in Filmproduktionen investierten, 1,2 Milliarden davon in Produktionen aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland. „Nordrhein-Westfalen ist Medienstandort Nummer eins in Deutschland – und soll es bleiben“, sagt Medienminister Nathanael Liminski (CDU).

Positive Aussichten

Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass Fernsehsender und Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime oder Disney+ auf dem deutschen Markt zu Investitionen in europäische Filmproduktionen verpflichtet werden sollen. Darauf einigten sich Union und SPD in Berlin. Zudem werden im Bundeshaushalt zusätzliche 120 Millionen Euro für die Filmförderung freigegeben.

Studienautor Klaus Goldhammer wertete diese Unterstützung als starken Rückenwind für die Branche. „Nachdem ein neues Fördersystem beschlossen wurde und mehr Mittel in den Markt kommen, wird dies sicher die Film- und Fernsehproduktionen in Deutschland und NRW beflügeln“, sagt der Medienökonom.