Wissenschaft

Salzgitter will HKM bis Sommer übernehmen

2.000 Stellen bei HKM fallen weg, die Produktion wird auf Grünen Stahl umgestellt. Was Salzgitter-Chef Groebler zum Zeitplan sagt.

23.03.2026

Salzgitter will HKM komplett übernehmen. Bis Ende Mai soll der Kauf unter Dach und Fach sein. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa

Salzgitter will HKM komplett übernehmen. Bis Ende Mai soll der Kauf unter Dach und Fach sein. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

Die geplante Komplettübernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) durch den Stahlkonzern Salzgitter rückt näher. Bis Ende Mai soll der Kauf unter Dach und Fach sein, sagte Salzgitter-Chef Gunnar Groebler bei der Vorlage der Bilanz für 2025.

Noch stehe ein Sanierungsgutachten aus, das aber in Arbeit sei, sowie die Freigabe durch die Kartellbehörden. Er sehe aber keine Anzeichen für Verzögerungen. „Ziel ist, dass wir zum Sommer diesen Jahres die HKM vollständig übernehmen.“ Und, so Groebler weiter: „Wirtschaftlich ist es für uns attraktiv.“

HKM stellt Stahl-Vorprodukte her

Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann gehören den Stahlunternehmen Thyssenkrupp (50 Prozent), Salzgitter (30 Prozent) und dem französischen Röhrenhersteller Vallourec (20 Prozent). HKM beschäftigt etwa 3.000 Menschen und produziert mit zwei Hochöfen Vorprodukte für die Eigentümer. Thyssenkrupp und Vallourec wollen sich vor dem Hintergrund der angespannten Stahlkonjunktur schon seit längerem aus dem Unternehmen zurückziehen.

Anfang Februar hatten sich Thyssenkrupp Steel und Salzgitter auf Eckpunkte verständigt, wie Thyssenkrupp aussteigen kann. Der dritte Gesellschafter Vallourec hatte sich damals bereits zustimmend geäußert. Die Vereinbarung sieht nach früheren Angaben einen Verkauf der HKM-Gesellschaftsanteile von Thyssenkrupp Steel an Salzgitter zum 1. Juni 2026 vor. 

2.000 Stellen sollen bei HKM abgebaut werden

Innerhalb von drei Jahren soll HKM dann radikal umgebaut werden: Die beiden Hochöfen sollen durch Anlagen für Grünen Stahl ersetzt werden, die Belegschaft von bisher 3.000 auf 1.000 Menschen schrumpfen. „Der Zeitplan ist ambitioniert, das wissen wir“, sagte Groebler. Grund seien vor allem die bereits bewilligten Fördermittel für den Umstieg auf Grünstahl, die einen Drei-Jahres-Zeitraum vorsähen. „Wir werden erste Schritte der Transformation in diesem Jahr auf jeden Fall noch sehen.“

Langfristig sieht er für HKM eine gute Zukunft. Denn das Unternehmen liefere auch Vorprodukte für die boomende Rüstungsindustrie. Zudem solle HKM nach dem Umbau das Portfolio erweitern und Vorprodukte ins Sortiment nehmen, die bisher aus Russland kamen. Das, so Grobeler, stärke den europäischen Binnenmarkt und fülle die Lücke, die durch die Sanktionen gegen Russland entstehe.