Russlandsanktionen umgangen? Fahnder durchsuchen Fabrik
Eine Maschinenfabrik aus NRW beliefert einen Düngemittelhersteller in Zentralasien. Aber gingen die Maschinenteile wirklich nur nach Usbekistan - oder landeten sie in Russland? Das ist verboten.
Hielt sich die Maschinenfabrik Köppern an die Russlandsanktionen? Dieser Frage gingen Zöllner nach.Julian Stratenschulte/dpa
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Wegen des Verdachts auf Verletzung des Exportverbots nach Russland haben Zollfahnder Geschäftsräume des Maschinenherstellers Köppern aus Hattingen durchsucht. Es geht um mögliche Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz: Anlagenteile sollen über Usbekistan nach Russland geliefert worden sein, was wegen der EU-Sanktionen als Reaktion auf den Ukraine-Krieg verboten ist. Über die Durchsuchungen hatte das Rechercheportal „Correctiv“ berichtet, die Firma bestätigte das Vorgehen der Zollfahndung Essen.
Die Maschinenfabrik Köppern GmbH & Co. KG teilte mit, dass sie mit den Ermittlungsbehörden kooperiere. Die Einhaltung von Ausfuhrvorgaben sei dem Unternehmen sehr wichtig. Unternehmensintern lägen bislang keine Anhaltspunkte für Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz vor, hieß es von dem 1898 gegründeten Familienunternehmen.
Die Staatsanwaltschaft Essen wollte sich konkret nicht zu Köppern äußern. Sie teilte aber mit, dass bereits am Dienstag „an mehreren Orten Durchsuchungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Tatvorwürfen nach der Außenwirtschaftsgesetz unter Leitung der Staatsanwaltschaft Essen stattgefunden“ haben. Festnahmen seien in diesem Zusammenhang nicht erfolgt. Weitere Informationen könnten nicht erteilt werden, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.
„Correctiv“ zufolge waren Zollfahnder am Hauptsitz der Firma in Hattingen und an einem anderen Firmenstandort im sächsischen Freiberg angerückt. Der Rechnungswert der beanstandeten Lieferungen habe insgesamt mehrere Millionen Euro betragen. Köppern stellt sogenannte Walzenpressen her, die etwa für die Herstellung von Düngemitteln genutzt werden.