Metall-Arbeitgeber warnen vor Jobverlusten
Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber bieten deutlich weniger. Warum der Arbeitgeberverband vor einer Eskalation des Arbeitskampfes warnt.
Metall-Arbeitgeber-Präsident Kirchhoff warnt vor Jobverlusten. (Archivbild)Oliver Berg/dpa
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Die deutsche Metall- und Elektroindustrie verliert derzeit nach Angaben des Arbeitgeberverbands Metall NRW rund 10.000 Arbeitsplätze im Monat. Weitere Streiks könnten den Stellenabbau verschärfen, warnte der Präsident des Verbands, Arndt Kirchhoff, vor der dritten Tarifrunde in Nordrhein-Westfalen im Gespräch mit der „Welt“.
Die Unternehmen befänden sich in der schwierigsten wirtschaftlichen Phase seit dem Krieg. „Die Lage war noch nie so angespannt wie heute“, sagte Kirchhoff. Vor allem die hohen Arbeitskosten belasteten die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Viele Betriebe hätten zwar wieder Aufträge, könnten diese wegen der hohen Kosten aber nicht an deutschen Standorten abwickeln.
Tarifparteien noch weit auseinander
Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde fünf Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber haben ein Angebot von einem Prozent plus einer Einmalzahlung vorgelegt. Während die Gewerkschaft einen Abschluss mit zwölf Monaten Laufzeit anstrebe, wollen die Arbeitgeber eine Laufzeit von 26 Monaten erreichen.
„Wir müssen die Deindustrialisierung stoppen. Und den Arbeitsplatzabbau, denn das sind gut bezahlte Stellen. Unsere Leute ... verdienen im Schnitt
72.000 Euro im Jahr. Fallen diese Arbeitsplätze weg, hat das übrigens auch massive Folgen für Steuereinnahmen und Sozialkassen“, sagte Kirchhoff. Er warnte vor einer weiteren Eskalation des Arbeitskampfs. Ein unbefristeter Streik nach einer Urabstimmung würde weitere Arbeitsplätze kosten.
An diesem Montag kommen Arbeitgeber und Gewerkschaft in Nordrhein-Westfalen zur dritten Verhandlungsrunde zusammen. Kirchhoff sagte, er rechne nicht mit einer Einigung an diesem Tag.