Klimaschutz: Mehr Haushalte wollen wieder privat investieren
Wärmepumpe statt Ölheizung, Elektroauto statt Verbrenner: Millionen Haushalte investieren bereits in die Energiewende. Doch in vielen Fällen scheitert es am Geld.
18 Prozent der Privathaushalte in Deutschland haben mittlerweile eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. (Symbolbild)Bernd Weißbrod/dpa
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In Deutschland ist die Bereitschaft zu privaten Investitionen in den Klimaschutz wieder gestiegen. In der jüngsten Auflage des jährlichen „Energiewendebarometers“ der Förderbank KfW bekunden zwei Drittel (66 Prozent) der Haushalte Handlungsbereitschaft. Damit hat sich der mehrjährige Abwärtstrend umgekehrt. 2025 war mit 59 Prozent der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018 ermittelt worden.
Eine steigende Zahl von 84 Prozent (Vorjahr: 83) der repräsentativ befragten Privathaushalte gab an, dass sie den Umbau des Energiesystems weg von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas hin zu erneuerbaren Energien wie Wind-, Sonnen- und Wasserkraft für wichtig oder sehr wichtig halten. Befragt wurden für die aktuelle Erhebung 4.381 Haushalte vom 10. Dezember 2025 bis zum 1. April 2026.
Die Förderbank KfW trägt regelmäßig Daten zur Energiewende in Deutschland zusammen. (Archivbild)Arne Dedert/dpa
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Wärmepumpe, Pelletheizung, Photovoltaik-Anlage, Solarthermie, Elektroauto - etwa 14 Millionen Haushalte hierzulande nutzt mindestens eine dieser Technologien und damit jeder dritte Haushalt (34 Prozent), wie die KfW ausführt. Weitere 5 Prozent planen nach eigenen Angaben eine solche Investition in den nächsten zwölf Monaten. „Der außergewöhnliche Hitzesommer 2026 hat die Notwendigkeit des Klimaschutzes nochmal klar verdeutlicht“, sagt KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher.
Ärmere Haushalte bei Energiewende oft abgehängt
Es zeigt sich jedoch eine Spreizung nach Einkommen: „Haushalten im unteren Einkommenssegment fehlen oft die Mittel für Investitionen in klimaschonende Technologien“, erklärt Schumacher. Da finanzschwache Haushalte häufiger mit Öl und Gas heizen, fällt bei ihnen die Bepreisung fossiler Brennstoffe zugleich stärker ins Gewicht.
Die Heizung in Privathaushalten in Deutschland wird überwiegend noch mit Öl- und Gas betrieben. (Symbolbild)Elisa Schu/dpa
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Seit 2021 gibt es in Deutschland einen CO2-Preis für alle fossilen Energieträger wie Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel. Der Verbrauch dieser Rohstoffe wird dadurch teurer, was zum Klimaschutz beitragen soll. Zum 1. Januar 2026 wurde der Preis je Tonne Kohlendioxid (CO2) von 55 Euro auf eine Spanne zwischen 55 Euro und 65 Euro angehoben.
Durch die steigende CO2-Bepreisung würden ärmere Haushalte in den kommenden Jahren überproportional belastet, sagt Schumacher. „Um die Energiewende in die Breite zu tragen, ist es wichtig, auch einkommensschwächere Haushalte durch gezielte Fördermaßnahmen für Energiewendetechnologien zu gewinnen.“ Fast zwei Drittel der Haushalte in Deutschland (63 Prozent) heizen der Erhebung zufolge noch mit Gas oder Öl. Wärmepumpen nutzen 9 Prozent der Haushalte, Holzpellets 6 Prozent.