Wissenschaft

Folgen des Iran-Kriegs treffen viele NRW-Unternehmen hart

Die Wirtschaft spürt die Auswirkungen des Kriegs. Betriebe, die im Nahen Osten aktiv sind, leiden einer Umfrage zufolge unter steigenden Kosten. Einige Firmen planen deshalb Preiserhöhungen.

01.04.2026

Der Iran-Krieg setzt viele Unternehmen in NRW unter Druck.Oliver Berg/dpa

Der Iran-Krieg setzt viele Unternehmen in NRW unter Druck.Oliver Berg/dpa

© Oliver Berg/dpa

Steigende Kosten für Energie und Transport, belastete Lieferketten und wachsende Unsicherheit: Der Krieg im Iran bereitet vielen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen erhebliche Probleme. Das zeigt eine Umfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) NRW unter 768 Betrieben, die im Nahen Osten aktiv sind oder die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts indirekt spüren. 

Mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen sind laut Verband negativ vom Krieg betroffen, knapp ein Drittel kann die Auswirkungen bislang nicht absehen. „Die Umfrage zeigt, wie hoch der wirtschaftliche Druck für viele Betriebe inzwischen ist. Unsicherheit, Kostensteigerungen und instabile Lieferketten treffen die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen in einer ohnehin angespannten Lage“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK NRW, Ralf Mittelstädt.

Neun von zehn Unternehmen mit Geschäft vor Ort berichteten, dass die Transport- und Logistikkosten gestiegen sind. Über alle befragten Firmen hinweg liegt der Anteil bei 82 Prozent. Die größte Herausforderung ist demnach die Seefracht, da Schiffe überbucht sind oder ihren Bestimmungsort nicht anfahren können. 

Längere Routen und eingeschränkte Hafenzugänge

Für 71 Prozent der Betriebe sind laut Umfrage steigende Energiepreise ein Problem, für 40 Prozent Verzögerungen und Unterbrechungen in den Lieferketten. Gründe sind unter anderem längere Routen und eingeschränkte Hafenzugänge sowie Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten. 

Laut IHK-Außenwirtschaftssprecher Ralf Schlindwein schlagen die Belastungen mittlerweile konkret im Alltag der betroffenen Unternehmen auf. Mehr als jedes Zweite plane, die gestiegenen Kosten an die Kunden weiterzugeben oder die Preise zu erhöhen. Neben Preisanpassungen prüft jeder fünfte Betrieb seine Lieferketten, sucht alternative Lieferanten oder baut die Lagerhaltung aus.

Der Verband befürchtet, dass sich die Lage weiter zuspitzen könnte, wenn Einschränkungen auf wichtigen Handelsrouten wie der Straße von Hormus länger anhalten.