Wissenschaft

Fast jeder Zweite will Roboter im Haushalt helfen lassen

Sogenannte Smart-Home-Anwendungen verbreiten sich zunehmend, doch viele Menschen fürchten Kontrollverlust und Hacker. Wie Verbraucher Chancen und Risiken der vernetzten Technik einschätzen.

24.08.2026

Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland kann sich vorstellen, künftig einen menschenähnlichen Roboter im Haushalt einzusetzen. Ju Huanzong/XinHua/dpa

Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland kann sich vorstellen, künftig einen menschenähnlichen Roboter im Haushalt einzusetzen. Ju Huanzong/XinHua/dpa

© Ju Huanzong/XinHua/dpa

Staubsaugen, Einkäufe verräumen oder sogar Kochen: Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland kann sich vorstellen, künftig einen menschenähnlichen Roboter im eigenen Haushalt einzusetzen. Nach einer repräsentativen Befragung des Digitalverbandes Bitkom stehen 48 Prozent dem Einsatz eines KI-gesteuerten humanoiden Roboters im Haushalt aufgeschlossen gegenüber. 18 Prozent können sich das „auf jeden Fall“ vorstellen, 30 Prozent antworteten „eher ja“. Die andere Hälfte der Bevölkerung steht Humanoiden-Robotern im Haushalt dagegen skeptisch gegenüber: 47 Prozent lehnen einen Einsatz ab.

„Humanoide Roboter polarisieren“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder im Vorfeld der Technikmesse IFA. „Ihr menschenähnliches Aussehen fasziniert, kann aber auch verunsichern. Entscheidend für ihre Akzeptanz wird sein, ob sie im Alltag einen konkreten Nutzen bieten und den Menschen tatsächlich Arbeit abnehmen.“

Zwischen Alltagsentlastung und Gruselfaktor

Bei den Einsatzbereichen wünschen sich die Interessierten vor allem Unterstützung bei alltäglichen Pflichten: 87 Prozent würden den Roboter aufräumen lassen, 77 Prozent Einkäufe wegräumen und 73 Prozent putzen lassen. Mehr als die Hälfte kann sich zudem Hilfe beim Kochen (60 Prozent), bei der Haustierbetreuung (58 Prozent), bei Reparaturen (54 Prozent) oder bei der Betreuung von Pflegebedürftigen (55 Prozent) vorstellen.

Gleichzeitig gibt es deutliche psychologische Barrieren: 46 Prozent der Befragten empfinden einen menschenähnlichen Roboter in den eigenen vier Wänden als unheimlich. Sie stimmten in der Umfrage der Aussage zu: „Je menschenähnlicher ein Roboter ist, desto gruseliger finde ich ihn.“ Mehr als die Hälfte (53 Prozent) fürchtet zudem, durch humanoide Roboter die Kontrolle über das eigene Zuhause zu verlieren. Bemerkenswert: 57 Prozent könnten sich vorstellen, sich mit einem Roboter zu unterhalten - für 14 Prozent könnten Maschinen sogar zwischenmenschliche Kontakte ersetzen.

Smart-Home erstmals in mehr als der Hälfte der Haushalte

Generell setzt sich das vernetzte Wohnen in Deutschland immer breiter durch: Erstmals nutzt mehr als die Hälfte der Bundesbürger (52 Prozent) Smart-Home-Anwendungen - ein Anstieg gegenüber 46 Prozent im Jahr 2024 und 43 Prozent 2022. 

Am beliebtesten sind smarte Lampen und Leuchten (46 Prozent) sowie schaltbare WLAN-Steckdosen mit 44 Prozent (plus 13 Prozentpunkte gegenüber 2024). Saugroboter nutzen inzwischen 33 Prozent der Befragten (plus 7 Prozentpunkte), gefolgt von smarten Heizkörperthermostaten und Energiesystemen (28 Prozent).

Künstliche Intelligenz und Sorgen um Datensicherheit

Auch Künstliche Intelligenz rückt tiefer in den Wohnbereich: Fast ein Drittel der Befragten (32 Prozent) würde gerne in einem komplett KI-gesteuerten Haus wohnen. 63 Prozent sind überzeugt, dass sich Energie mit Hilfe von KI im Haushalt effizienter nutzen lässt. Doch auch hier sind Vorbehalte spürbar: 40 Prozent haben Angst davor, im vernetzten Heim die Kontrolle an KI abzugeben, 42 Prozent fordern eine stärkere gesetzliche Regulierung für Smart-Home-Anwendungen.

Unter den Nichtnutzern erweisen sich weiterhin Sicherheitsbedenken als Hürde: 59 Prozent fürchten Hacker-Angriffe (plus 5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2024), 40 Prozent sorgen sich vor Datenmissbrauch. Für 38 Prozent sind die Anschaffungskosten zu hoch. Die technische Stabilität ist in der Praxis jedoch hoch: Bei 45 Prozent der Nutzer gab es im vergangenen Jahr keinerlei Ausfälle. Wenn Systeme streikten, lag es in 85 Prozent der Fälle an Problemen mit der Internetverbindung. Ausfälle durch Hackerangriffe wurden von keinem Befragten festgestellt.

Für die repräsentative Studie befragte Bitkom Research im Sommer 2026 insgesamt 1.159 Personen ab 16 Jahren in Deutschland.