Facebook-Konzern schraubt KI-Investitionen hoch
Mark Zuckerberg stellt sich für den Meta-Konzern eine Zukunft vor, die von Künstlicher Intelligenz durchdrungen ist. Dafür ist er zu gewaltigen Milliarden-Ausgaben bereit.
Meta-Chef Mark Zuckerberg setzt viele Milliarden auf die KI-Karte. (Archivbild)Andrej Sokolow/dpa
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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will seine Online-Plattformen mit Künstlicher Intelligenz stärker auf einzelne Nutzer zuschneiden. Heute seien Dienste des Facebook-Konzerns Meta dazu da, mit Freunden in Kontakt zu bleiben oder interessante Dinge zu entdecken, sagte Zuckerberg. Bald werde man beim Öffnen der Meta-Apps aber auf eine KI treffen, „die einen versteht“.
Diese Software werde „einzigartige persönliche Ziele“ der Menschen erkennen können, versprach er. Mit diesem Wissen sollen dann jedem Einzelnen „Inhalte angezeigt werden, die ihnen helfen, ihr Leben so zu verbessern, wie sie das möchten“, kündigte der Meta-Chef an.
Zu Meta gehören unter anderem auch Instagram und der Chatdienst WhatsApp. Der Konzern verdient sein Geld mit Online-Werbung auf den Plattformen - und auch hier soll Künstliche Intelligenz eine größere Rolle spielen. So werde man Nutzern helfen, Produkte zu finden, die sie interessieren, sagte Zuckerberg.
Gewaltige Investitionen
Die Beiträge in den Apps sollen mit dem KI-Wandel zudem interaktiver werden. Ein Nutzer werde zum Beispiel per Sprachbefehl an die Software ein eigenes Spiel gestalten und es mit anderen Teilen können, stellte Zuckerberg in Aussicht. Heute seien auf den Plattformen vor allem Videos zu finden - aber bei Meta gehe man nicht davon aus, dass dies das „endgültige Format“ sein werde.
Um diese KI-Zukunft herbeizuführen, ist Zuckerberg zu gewaltigen Investitionen bereit. Für das laufende Jahr stellte Meta Kapitalinvestitionen zwischen 115 und 135 Milliarden US-Dollar in Aussicht. 2025 gab der Konzern vor allem für den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz gut 72 Milliarden Dollar aus.
Zuckerberg hat große Ambitionen, Rivalen wie den ChatGPT-Entwickler OpenAI sowie Google und Elon Musks KI-Firma xAI bei Künstlicher Intelligenz zu überflügeln. Dafür ist er bereit, viele Milliarden auszugeben - selbst mit dem Risiko, zu viele Rechenzentren-Kapazitäten aufzubauen.
Werbung bezahlt die KI-Wette
Der Geld für den KI-Ausbau kommt weiterhin vor allem aus dem boomenden Geschäft mit Werbung auf Plattformen wie Facebook und Instagram. Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 24 Prozent auf knapp 59,9 Milliarden Dollar hoch. Das lag über den Erwartungen der Analysten. Unterm Strich legte der Quartalsgewinn um neun Prozent auf 22,77 Milliarden Dollar zu.
Auf mindestens eine Meta-App greifen inzwischen täglich 3,58 Milliarden Nutzer zu - sieben Prozent mehr als vor einem Jahr. Facebook und WhatsApp kämen auf jeweils mehr als zwei Milliarden tägliche Nutzer, Instagram liege knapp unter der Marke, sagte Zuckerberg.
Die Meta-Aktie sackte im nachbörslichen US-Handel erst ab - dann gab es einen Stimmungsumschwung und der Kurs stieg um mehr als sieben Prozent. Die für dieses Jahr avisierten Investitionen liegen über den Erwartungen der Analysten. Zugleich übertraf Meta mit einem Umsatzausblick von 53,5 bis 56,5 Milliarden Dollar für das laufende Quartal die durchschnittlichen Prognosen der Marktexperten.
Erneut gewaltiger Verlust bei virtuellen Welten
In der seit langem verlustreichen Sparte Reality Labs, die virtuelle Welten und Technik wie VR-Headsets und Computer-Brillen entwickelt, stieg der operative Verlust im vergangenen Quartal auf gut sechs Milliarden Dollar von knapp fünf Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Meta setzte jüngst den Rotstift in dem Bereich mit Stellenstreichungen an. Zuckerberg hatte groß auf virtuelle Welten unter dem Namen Metaverse gesetzt - und den Facebook-Konzern in Meta umbenennen lassen, um den Fokus zu untermauern.
Der Meta-Chef sagte nun, die Entwicklungen der Sparte würden in der KI-Zukunft noch nützlich sein. Zudem werden bei Reality Labs auch die Brillen mit Kamera und Mikrofon entwickelt, die sich nur geringfügig von herkömmlichen Fassungen unterscheiden, aber als Augen und Ohren für die Meta-KI dienen können. Das sieht Zuckerberg als wichtige Technik für die Zukunft, die der Software den nötigen Kontext liefern kann, um nützlicher zu werden.