Wissenschaft

Europas führende Digitalbank Revolut wagt sich auf US-Markt

Revolut greift nach der US-Bankenlizenz – gelingt dem britischen Fintech, woran andere Europäer scheiterten? Was den Schritt so riskant und spannend macht.

05.03.2026

Die britische Digitalbank Revolut expandiert auf den hart umkämpften US-amerikanischen Bankenmarkt. (Symbolbild).Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Die britische Digitalbank Revolut expandiert auf den hart umkämpften US-amerikanischen Bankenmarkt. (Symbolbild).Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

© Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Die britische Neobank Revolut expandiert auf den hart umkämpften US-amerikanischen Bankenmarkt. Europas führende Digitalbank reichte in den Vereinigten Staaten offiziell Antrag auf eine nationale Bankenlizenz ein. Revolut will künftig in den USA Bankdienstleistungen ohne zwischengeschaltete Partnerinstitute direkt auf den US-Markt anbieten. 

Die USA gelten als schwieriges Terrain für europäische Digitalbanken. So hatte der Revolut-Konkurrent N26 aus Deutschland vergeblich versucht, in den USA Fuß zu fassen. Die Berliner Neobank hatte ihre US-Ambitionen Anfang 2022 nach nur zwei Jahren begraben, weil sich die Expansionspläne nicht gerechnet hatten.

Regulatorisches Labyrinth USA

Der Bankensektor in den USA gilt als regulatorisches Labyrinth, insbesondere im Vergleich zur Europäischen Union. In Europa profitiert eine Bank vom sogenannten „Passporting“: Wer eine Lizenz in einem EU-Land (wie Revolut in Litauen) besitzt, darf seine Dienste in der gesamten EU anbieten. In den USA ist das anders. Hier müssen sich Fintechs entscheiden, ob sie eine nationale Lizenz anstreben – was langwierig und teuer ist – oder Lizenzen in jedem einzelnen der 50 Bundesstaaten einzeln beantragen. 

Ohne eigene Lizenz sind Player wie N26 auf Partnerbanken angewiesen. Diese Kooperationen sind jedoch oft unflexibel und regulatorisch anfällig, da die Partnerbank für das Fehlverhalten des Fintechs haftet.

Die Ausgangslage für Revolut ist günstiger als damals bei den Berlinern: Mit einer Bewertung von aktuell 75 Milliarden US-Dollar gehört das Londoner Fintech zu den wertvollsten privaten Technologieunternehmen weltweit und lässt Wettbewerber wie N26 in Bezug auf Marktkapitalisierung und globale Reichweite hinter sich.

Globale Expansion geplant

Revolut hatte bereits im vergangenen Herbst angekündigt, in den kommenden fünf Jahren weltweit 11,5 Milliarden Euro in die Expansion zu investieren. Dabei sollten 10.000 neue Jobs weltweit entstehen. Ziel sei es, bis Mitte 2027 die Marke von 100 Millionen Privatkunden zu erreichen, kündigten die Briten an.

Nik Storonsky, Gründer und CEO von Revolut, sagte: „Die Vereinigten Staaten sind eine zentrale Säule unserer globalen Wachstumsstrategie.“ Die Einreichung des Lizenz-Antrags (Bank Charter Application) sei ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur Vision, die weltweit erste wirklich globale Banking Plattform aufzubauen. „Diese Lizenz wird uns die direkte Kontrolle geben, die wir benötigen, um Innovationen schneller an den Start zu bringen und die Revolut-Erfahrung Millionen weiterer Amerikaner zugänglich zu machen, während wir auf unser Ziel von 100 Millionen Kunden hinarbeiten.“