Politik Inland

Wüst an Bundeskoalition: „Alle jetzt mal zusammenreißen“

Streitereien in der Öffentlichkeit bringen die Koalition nach Meinung von NRW-Ministerpräsident Wüst nicht weiter. Was er von der Bundesregierung nun sehen will.

16.10.2026

Wüst: Streit hinter verschlossenen Türen austragen. Bernd von Jutrczenka/dpa

Wüst: Streit hinter verschlossenen Türen austragen. Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Bundeskoalition dazu ermahnt, öffentlich ausgetragene Streitigkeiten hinter sich zu lassen. Es wäre ihm „deutlich lieber, man würde Streitereien hinter verschlossenen Türen und vis-à-vis miteinander ausfechten“, sagte der 51-jährige CDU-Politiker im Sender Phoenix.

„Man kann sich nicht ständig streiten und am nächsten Tag glauben, es geht wieder voran. So ist es nicht.“ Wüst forderte Kooperation statt Konfrontation. „Und das wäre auch meine Erwartung, dass sich alle jetzt mal zusammenreißen und gemeinsam an der Umsetzung dessen arbeiten, was schon verabredet ist.“

Mit Blick auf den Bund sprach der Politiker von einer anhaltenden Abwärtsspirale. „Der eine ist noch sauer über das, was ihm der andere letzte Woche angetan hat und blockiert jetzt diese Woche weiter. Und das ist einfach nicht gut.“ In seiner nordrhein-westfälischen Landesregierung mit den Grünen gebe es hingegen einen anderen Umgang. Man diskutiere hinter verschlossenen Türen. „Und wir haben gemerkt, dass das gut ist. Da wird kein Porzellan zerdeppert. Da geht kein Vertrauen verloren“, meinte Wüst.

Kanzleramt vorstellbar? „Frage stellt sich aktuell wirklich nicht“

Immer wieder wird Wüst als möglicher Nachfolger von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) genannt. Auf die Frage, ob das Amt denn potenziell für ihn vorstellbar sei, betonte er: „Die Frage stellt sich nun wirklich aktuell nicht.“ Gleichwohl räumte Wüst ein, dass es normal sei, dass auf den Ministerpräsidenten von NRW geschaut werde. „Dem kann man gar nicht entkommen und dann soll man auch gar nicht so tun.“