Politik Inland

Wüst als Kanzler? Liminski rückt in NRW ins Rampenlicht

NRW-Ministerpräsident Wüst wird als möglicher Kanzlerkandidat gehandelt. Doch wer könnte ihm in NRW folgen? In den Fokus rückt Wüsts einflussreicher Staatskanzleichef.

30.09.2026

Liminski gilt als exzellenter Politikmanager und Stratege in der NRW-Staatskanzlei. (Archivbild)Oliver Berg/dpa

Liminski gilt als exzellenter Politikmanager und Stratege in der NRW-Staatskanzlei. (Archivbild)Oliver Berg/dpa

© Oliver Berg/dpa

Während Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst auf seiner Türkei-Reise schon als möglicher künftiger Bundeskanzler gehandelt wird, beginnt auch in seinem Heimatbundesland eine Nachfolgedebatte. Im Fokus steht NRW-Staatskanzleichef Nathanael Liminski. Dieser wurde auf einer Medienveranstaltung in Düsseldorf nach seinen politischen Ambitionen gefragt. 

Konkret sollte Liminski darauf antworten, ob er sich eher als künftiger Kanzleramtschef in der Hauptstadt oder als neuer Landesvater in NRW sehe, falls Ministerpräsident Wüst tatsächlich nach Berlin gehe und als Kanzlerkandidat antrete. Dass er einmal vor einer solchen Entscheidung stehen könnte, stritt der als exzellenter Politikmanager geltende Liminski zumindest nicht ab. „Wenn es einmal dazu kommt, dann werde ich das zuerst mit ihm (Wüst) und dann mit meiner Frau besprechen“, antwortete der 41-Jährige auf die Frage der Chefredakteurin des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), Eva Quadbeck. 

Liminski ist Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Medien des Landes NRW. Er gilt als einflussreicher Politstratege, der als Chef der Staatskanzlei eine Schlüsselrolle für Regierungschef Wüst spielt.

Kanzler Merz unter Druck

„Ich habe große Freude an meiner aktuellen Aufgabe“, fügte Liminski später hinzu. Er ging allerdings nicht von einem baldigen Bruch der Bundesregierung aus. Auf die Frage, ob die Regierung bis zur Landtagswahl in NRW im April 2027 halten werde, antwortete Liminski kurz: „Ja.“

Der 51-jährige Wüst ist seit Wochen in Berlin als möglicher Nachfolger von Kanzler Friedrich Merz im Gespräch, der nach der Niederlagenserie bei drei Landtagswahlen massiv unter Druck ist. Auftrieb erhielt die Debatte um „Reservekanzler“ Wüst auf dessen dreitägiger Türkei-Reise. Der NRW-Regierungschef war gleich zu Beginn in Ankara überraschend vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan empfangen worden.

Wüst will 2027 in NRW antreten

Wüst hatte in den vergangenen Tagen versucht, die Spekulationen um seine politische Zukunft einzudämmen. Zuletzt hatte er vor der Türkei-Reise im Interview des Deutschlandfunks gesagt: „Ich bleibe gern Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen.“ Er trete in NRW für die gesamte Legislaturperiode von fünf Jahren an. „Ich trete an für fünf Jahre, ich habe keine anderen Pläne. Darauf können sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen verlassen.“

Liminski sprach bei der Vorstellung einer neuen journalistischen Kooperation des RND mit dem Düsseldorfer Online-Medium VierNull in der NRW-Landeshauptstadt.