Wettbewerb: Gedenkstätte für Stalag 326 nimmt Formen an
Mehr als 300.000 Kriegsgefangene waren von 1941 bis 1945 am Rande des Teutoburger Waldes interniert. Eine neue Gedenkstätte soll an die Geschichte erinnern. Jetzt gibt einen Siegerentwurf.
Das Bild zeigt den Entwurf für den Neubau des Eingangsgebäudes einer Gedenkstätte für das Kriegsgefangenenlager Stalag 326.-/LWL/Atelier Brückner/dpa
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Die Pläne einer Gedenkstätte für ein ehemaliges Lager für Kriegsgefangene aus dem Zweiten Weltkrieg in Ostwestfalen werden konkreter. Ein Team von Architekten und Landschaftsarchitekten aus Stuttgart hat den ersten Preis um den Architektenwettbewerb des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe gewonnen, wie der LWL in Münster mitteilte. Die Gedenkstätte soll an die Geschichte des sogenannten Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock im Kreis Gütersloh erinnern. Das Lager galt als eines der größten während der Nazizeit in Deutschland. Am Rande des Teutoburger Waldes waren von 1941 bis 1945 über 300.000 Kriegsgefangene überwiegend aus der Sowjetunion als Zwangsarbeiter untergebracht.
„Unsere Aufgabe ist, die Geschichte des Stammlagers 326 und die Gräueltaten, die dort verübt worden sind, sichtbar zu machen“, so die Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Barbara Rüschoff-Parzinger. „Die Arbeit des ersten Preisträgers zeichnet sich durch den annähernd vollständigen Erhalt des Bestandes auf dem Areal aus“, heißt es in der Begründung der Jury. Der für das Eingangsgebäude gewählte eingeschossige Gebäudetypus mit seiner unprätentiösen Holzfassade, füge sich schlüssig ins Areal und in die Bestandsflächen ein. Materialweise, Farbgebung und Bauweise überzeugten, heißt es weiter zur Begründung. Nach Angaben des LWL soll der Bau der Gedenkstätte Ende 2032 oder Anfang 2033 fertig gestellt werden.
Aus den 330 eingegangenen Bewerbungen für den Preis hatte der LWL 14 Vorschläge ausgewählt. Die Teilnahme am Architekturwettbewerb war ausschließlich interdisziplinären Teams aus Architektur, Landschaftsarchitektur und Szenografie möglich. Alle 14 Vorschläge, die es in die engere Auswahl geschafft haben, sind bis zum 3. August in einer Ausstellung im LWL-Landeshaus in Münster zu sehen.
Der Bundestag hatte für den Ausbau des 60 Millionen Euro teuren Projekts bereits 25 Millionen Euro zugesagt. Das Land Nordrhein-Westfalen gibt den Rest dazu. Die jährlichen Betriebskosten von rund 4 Millionen sollen unter einigen Kreisen in Ostwestfalen und den Städten Bielefeld und Schloß Holte-Stukenbrock aufgeteilt werden. Jahrelang hatte es um die Finanzierung der Gedenkstätte Streit gegeben. Dem Kreistag in Gütersloh waren die laufenden Kosten zu hoch. Nach einer Deckelung gab es dann aber doch die Zustimmung.