Politik Inland

Terrorprozess gegen Syrien-Rückkehrerin

Schießübungen mit Kindern und Zahlungen vom IS: Was die Staatsanwaltschaft einer Syrien-Rückkehrerin aus dem Ruhrgebiet vorwirft.

21.09.2026

Im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts startet der Prozess. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

Im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts startet der Prozess. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa

Eine Syrien-Rückkehrerin aus Herne muss sich in der kommenden Woche als mutmaßliche IS-Terroristin am Düsseldorfer Oberlandesgericht verantworten. Der 34-Jährigen werden neben der IS-Mitgliedschaft von der Generalstaatsanwaltschaft auch Kriegsverbrechen vorgeworfen, wie das Gericht mitteilte. Die Verhandlung soll am 30. September beginnen.

Die Deutsch-Libanesin soll zwischen September 2015 und Oktober 2017 IS-Mitglied gewesen sein. Sie soll mit ihrem Ehemann in den Irak und nach Syrien gereist sein und sich dort dem IS angeschlossen haben. Während ihr Ehemann sich an Kampfhandlungen beteiligt haben soll, führte sie laut Anklage den Haushalt und betreute die Kinder. Dabei habe sie billigend in Kauf genommen, dass die vom IS gestellte Wohnung zuvor von der Terrormiliz unrechtmäßig in Besitz genommen worden sei. 

Schießübungen mit Kindern

Die Angeklagte soll außerdem an einer Schießübung teilgenommen und zugelassen haben, dass ihre minderjährigen Kinder dabei ebenfalls mit Waffen umgingen. Zwischen März und Juni 2016 habe sie nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft vier Zahlungen des IS in Höhe von jeweils 200 US-Dollar erhalten.

Der Ehemann soll im Oktober 2017 bei einem US-Drohnenangriff getötet worden sein. Nach ihrer Flucht aus dem Kriegsgebiet wurde die Angeklagte den Angaben zufolge zunächst in der Türkei festgenommen. Im Februar 2019 reiste sie mit ihren Kindern nach Deutschland ein. Sie befindet sich auf freiem Fuß. Das Gericht hat für den Fall sieben Verhandlungstage angesetzt.