Syrien bestätigt Festnahme einer deutschen Journalistin
Seit Monaten wird eine Journalistin aus Köln in Syrien vermisst. Nun wird aus einer Vermutung Gewissheit.
Michelmann wurde den Angaben zufolge bei der Durchsuchung eines Gebäudes festgenommen. (Archivbild)Moawia Atrash/dpa
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Die syrische Regierung hat die Festnahme der vermissten deutschen Journalistin Eva Maria Michelmann im Norden des Landes bestätigt. Nach Angaben des Informationsministeriums wurde sie am 18. Januar in der Stadt Rakka während einer Militäroperation festgenommen. Die Behörden hätten die Bundesregierung über den Fall informiert.
Der Direktor für Presseangelegenheiten im syrischen Informationsministerium, Omar Ibrahim, sagte der Deutschen Presse-Agentur, Michelmann werde vom Innenministerium unter dem Kommando der inneren Sicherheit in Aleppo festgehalten. Zusammen mit ihr befinde sich der türkische Staatsbürger Ahmed Polad in Haft - ein aus der Türkei stammender kurdischer Journalist.
Den Angaben zufolge wurde Michelmann bei der Durchsuchung eines Gebäudes einer Gruppe festgenommen, die den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) zugeordnet wird. Nachdem sich dort Kämpfer verschanzt hätten, seien alle Anwesenden festgesetzt worden. Dabei seien auch zwei ausländische Personen aufgefallen, hieß es.
Syrische Behörde: Deutsche Regierung um Informationen gebeten
Ibrahim zufolge gab die Journalistin zunächst an, spanische Staatsbürgerin zu sein und für eine mit den Vereinten Nationen verbundene Organisation zu arbeiten. Eine entsprechende Anfrage bei den UN habe jedoch ergeben, dass keine Mitarbeiter in dem Gebiet vermisst würden.
Im Zuge der Ermittlungen sei schließlich festgestellt worden, dass es sich um eine deutsche Journalistin handle, die keine Dokumente zur Bestätigung ihres Auftrags vorlegen konnte. Zudem hätten Michelmann und ihr Begleiter versucht, aus dem Gewahrsam zu fliehen. Dies sei durch Überwachungskameras dokumentiert worden. Die syrischen Behörden hätten die deutsche Regierung um Informationen zu Identität und Hintergrund der Frau gebeten, hieß es weiter.
Angaben von Familienmitgliedern zufolge arbeitete die aus Köln stammende Michelmann seit 2022 in Syrien als freie Journalistin.