Politik Inland

Reul verteidigt Merz nach Kritik an spätem Waldbrand-Besuch

Herbert Reul stellt sich in der Diskussion um den späten Besuch von Kanzler Merz im Waldbrandgebiet hinter seinen Parteikollegen und nennt die Debatte „totalen Unsinn“. Er selbst habe eher gestört.

29.08.2026

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) besuchte nach seinem Urlaub die vom Waldbrand betroffene Stadt Hürtgenwald. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) besuchte nach seinem Urlaub die vom Waldbrand betroffene Stadt Hürtgenwald. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach dessen späten Besuch im Waldbrandgebiet bei Hürtgenwald in Schutz genommen. Die Debatte „wer war zuerst da, wer war Zweiter, Dritter, Vierter ist doch totaler Unsinn“, sagte Reul in der WDR-Talkshow „Kölner Treff“. Er selbst habe bei seinem Besuch während der Löscharbeiten eigentlich gestört, sagte Reul in der Sendung.

Reul berichtete in der Talkshow, die am späten Freitagabend ausgestrahlt wurde, dass er wegen des Waldbrands seinen Sommerurlaub habe ausfallen lassen. Obwohl er „beim Rumlaufen“ die Einsatzkräfte gestört habe, wollte Reul nach seinen Worten den Menschen zeigen: „Ich stärke euch den Rücken - ohne, dass ich helfen kann. Ich kann doch nicht löschen.“

Landrat hatte Merz gebeten, erst später zu kommen

Kanzler Merz war in die Kritik geraten, weil er erst nach seinem Urlaub und dem Ende der Löscharbeiten nach Hürtgenwald gekommen war. Merz hatte dazu vor Ort erklärt, dass er während des Brandes mehrfach mit Landrat Ralf Nolten (CDU) telefoniert und angeboten habe zu kommen. Der Landrat habe jedoch gesagt: „Kommen Sie danach.“

Das Feuer in der Eifel war Mitte August ausgebrochen und hatte sich zum größten Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens entwickelt. Die Flammen waren erst nach einer Woche gelöscht.