Puschkin-Statue bleibt verschwunden – Polizei sucht Zeugen
Die Ermittler suchen weiter nach Zeugen zum Verbleib der Puschkin-Statue in Hemer und gehen von Metalldieben aus. Konkrete Hinweise gibt es bislang nicht.
Nur der Sockel blieb zurück: In Hemer wurde ein Puschkin-Denkmal gestohlen. Moskau ist überhaupt nicht amused.-/Polizei Märkischer Kreis/dpa
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Nach der Aufregung um den Diebstahl einer Bronzestatue des russischen Nationaldichters Alexander Puschkin (1799-1837) in Hemer bleibt das Kunstwerk verschwunden. Die Polizei im Märkischen Kreis sucht weiter nach Zeugen der Tat und ruft in einer Mitteilung dazu auf, wer die Tat, verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat, solle sich melden. Konkrete Anhaltspunkte zum Verbleib oder der Identität der Täter gebe es bislang nicht.
Die 1,80 m hohe Bronze-Statue war Ende Juni aus dem Friedenspark der 35.000-Einwohner-Stadt verschwunden. Die Diebe ließen den Sockel und ein paar verrostete Metallverankerungen zurück. Die Stadt im nördlichen Sauerland hatte mit „Bestürzung“ reagiert und 1.000 Euro Belohnung für Hinweise auf den Täter ausgeschrieben. Das russische Außenministerium hatte sich empört über den Verlust gezeigt.
Eine Sprecherin des Ministeriums in Moskau sprach von einem Fall russlandfeindlicher Cancel Culture. Das erinnere an die Bücherverbrennungen von 1933, schrieb Sprecherin Maria Sacharowa auf Telegram.
Denkmal aus besseren Zeiten
Das 1994 eingeweihte Denkmal – ein Geschenk von Hemers russischer Partnerstadt Schelkowo – sollte die Verständigung und Freundschaft zwischen Deutschen und Russen feiern.
Die Polizei hatte nach der Tat kein politisches Motiv oder gar kulturelle Vorbehalte gegen den Mitbegründer der modernen russischen Literatursprache im 19. Jahrhundert gesehen. Die Ermittler gehen von normalen Metalldieben aus, möglicherweise ist das Denkmal bereits eingeschmolzen.