Polizeiaktion gegen Nazi-Musik - 33.000 Tonträger gefunden
In mehreren Bundesländern und im Ausland gab es am Mittwoch eine Polizeiaktion gegen Nazi-Musik. Nun hat das LKA erste Zahlen der Durchsuchungen genannt.
Im Rahmen von Ermittlungen zur mutmaßlichen Verbreitung von Nazi-Musik durchsuchen zahlreiche Polizisten Objekte.Jens Büttner/dpa
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Bei der großangelegten Aktion mit Hunderten Polizisten in mehreren Bundesländern gegen Nazi-Musik haben die Beamten etwa 33.000 Tonträger gefunden. Darunter seien CDs, Schallplatten und Kassetten gewesen, teilte das Landeskriminalamt (LKA) Mecklenburg-Vorpommern am Morgen mit. Mehr als 20.000 davon seien bei den vier Hauptbeschuldigten gefunden worden.
Zudem seien rund 130 Speichermedien, Festplatten, Handys, USB-Sticks und Ähnliches sowie Vermögenswerte in Höhe von rund zwei Millionen Euro sichergestellt worden. Etwa 11.000 Euro davon hatten die vier Hauptverdächtigen in bar bei sich.
Im Fokus der Ermittler stand bei der Aktion Musik, die eine „nationalsozialistische, antisemitische, rassistische und menschenverachtende Ideologie“ verbreitet.
Vier Beschuldigte im Alter von 55, 52, 48 und 43 Jahren werden demnach verdächtigt, sich spätestens 2020 dauerhaft zusammengeschlossen zu haben, um entsprechende CDs und Schallplatten zu produzieren und zu vermarkten. Ihnen wird vorgeworfen, Mitglieder einer rechtsextremistischen kriminellen Vereinigung zu sein.
Auch Hersteller im europäischen Ausland im Visier
Auch in Estland, Italien, Polen und in Tschechien fanden Durchsuchungen statt. Dort seien die Tonträger mutmaßlich hergestellt worden, wie es am Mittwoch hieß. Bei den dort durchsuchten Orten habe es sich ausschließlich um Gesellschaften gehandelt, die nicht wussten, welche Art von Musik sie herstellten.
Auch in Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen hatte es Durchsuchungen gegeben, die sich gegen acht weitere Beschuldigte richten. Dabei gehe es um Volksverhetzungsdelikte im Zusammenhang mit den Tonträgern.
Es gab keine Festnahmen. Die Durchsuchungen dienten den Angaben zufolge dazu, bestehende Verdachtsmomente aufzuklären. Unter Leitung des LKA Mecklenburg-Vorpommerns waren den Angaben zufolge mehr als 390 Polizeikräfte der beteiligten Bundesländer, des Bundes und der europäischen Nachbarländer im Einsatz.
Durchsuchungen gab es nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern. Auch andere Bundesländer sowie das europäische Ausland waren betroffen.Jens Büttner/dpa
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