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Neue Zuschläge geplant: Was Lehramtsanwärter wissen müssen

Bis zu 1.250 Euro extra: Thüringen lockt Lehramtsanwärter in ländliche Regionen. Warum Bildungsminister Tischner auf ein neues Zulagensystem setzt und was aus dem alten wird.

02.01.2026

Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (CDU) will angehende Lehrerinnen und Lehrer an Regionen binden, wo sie besonders dringend gebraucht werden. (Archivbild)Hannes P. Albert/dpa

Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (CDU) will angehende Lehrerinnen und Lehrer an Regionen binden, wo sie besonders dringend gebraucht werden. (Archivbild)Hannes P. Albert/dpa

© Hannes P. Albert/dpa

Angehende Lehrkräfte sollen in Thüringen Zuschläge bekommen, wenn sie ihren Vorbereitungsdienst in einer Mangelregion absolvieren oder in Mangelfächern unterrichten. Eine entsprechende Verwaltungsvorschrift soll am 5. Januar in Kraft treten, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Bildungsministerium erfuhr.

70 Prozent vom Gehalt Zuschlag

Demnach soll der Zuschlag für die Anwärter 70 Prozent ihres Grundgehalts betragen. Angehende Lehrer im Vorbereitungsdienst bekommen in Thüringen derzeit zwischen rund 1.750 Euro und 1.780 Euro pro Monat. „Das sind also zwischen 1.220 Euro und 1.250 Euro zusätzlich, wenn sich ein junger Lehrer verpflichtet, in den ländlichen Raum zu gehen - also in eine Bedarfsregion“, sagte Thüringens Bildungsminister Christian Tischner der dpa. 

Ziel des neuen Zuschlags ist eine Bindung der jungen Lehrkräfte an Regionen, wo der Lehrermangel besonders ausgeprägt ist. „Das soll auch dazu dienen, dass wir frühzeitig junge Leute aus Jena und aus Erfurt in die Regionen bekommen“, sagte Tischner. Wenn sich diese jungen Menschen an ihrer Schule dann erst wohlfühlten, blieben sie meistens auch dort, ist der Minister überzeugt. Die Regelung soll für neue Einstellungen ab Februar 2026 gelten.

Das sind die Regeln

Lehramtsanwärter für Regelschulen und für Förderschulen können den Zuschlag bekommen, wenn sie in eine Mangelregion gehen. Anwärterinnen und Anwärter anderer Schularten kommen für den Zuschlag nur dann in Frage, wenn sie wenn eine bestimmte Kombination zwischen einer bestimmten Region und einem festgelegtem Ausbildungsfach gegeben ist.

In Thüringen gibt es bereits Zuschläge für fertig ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, die frisch verbeamtet sind und sich für eine gewisse Zeit an eine Region binden und in Mangelfächern unterrichten. „Die Zulage für die ausgebildeten Lehrer wird gerade evaluiert“, sagte der Minister. Seiner Einschätzung nach sei eine Zulage, die früher ansetzt - schon im Vorbereitungsdienst - das erfolgsversprechendere Instrument gegen den Lehrermangel. Derzeit gebe es noch beide Varianten, die aber nicht kombiniert werden können.