NRW verspricht Ukraine weitere Hilfe
Während in NRW Alltag herrscht, kämpfen Ukrainer täglich ums Überleben. Zum Jahrestag der russischen Invasion betont Nordrhein-Westfalen seine Solidarität mit dem angegriffenen Land.
Zum Jahrestag des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine demonstriert Nordrhein-Westfalen Solidarität. (Symbolbild)Thomas Banneyer/dpa
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Zum vierten Jahrestag der Invasion Russlands in die benachbarte Ukraine hat die nordrhein-westfälische Landesregierung dem angegriffenen Land weiter Hilfe zugesagt. „Die Ukraine kann sich auf Solidarität aus Nordrhein-Westfalen verlassen“, teilte das Land auf der Plattform X mit. NRW habe Hilfsprojekte vor Ort mit rund 12,5 Millionen Euro unterstützt, unter anderem für Winterhilfe in der Partnerregion Dnipropetrowsk. Die Zahl der kommunalen Partnerschaften habe sich von 6 auf 50 fast verachtfacht.
„Die Ukraine ist nicht mehr täglich Top-Thema“, teilte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) auf X mit. Vieles sei international seit Kriegsbeginn 2022 passiert. Gerade deshalb stehe NRW weiter fest an der Seite des ukrainischen Volkes. „Es kämpft für sich als Staat, aber auch für die Friedensordnung in Europa & die Rechte souveräner Staaten“, so Wüst.
Mehr Unterstützung gefordert
Die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne) forderte von westlichen Staaten und der Bundesregierung eine entschiedenere Unterstützung für die Ukraine. „Während wir in Sicherheit leben, steht sie unter täglichem Beschuss. Diese Realität verpflichtet uns“, sagte Neubaur. „Wer verstanden hat, dass die Freiheit der Ukraine untrennbar mit unserer eigenen Sicherheit verbunden ist, darf Unterstützung nicht zögerlich dosieren, sondern muss sie verlässlich, ausreichend und strategisch leisten.“
Spenden für die Ukraine werden weniger
Das Hilfsnetzwerk Blau-Gelbes Kreuz in Köln berichtet unterdessen von einer nachlassenden Spendenbereitschaft für die Ukraine. „Es ist weniger geworden, aber es gibt ja immer noch sehr viele, die weitermachen“, sagte die Vorsitzende Linda Mai im „Morgenecho“ von WDR 5. Auch sie betonte: „Die Sicherheit von Europa wird gerade in der Ukraine entschieden.“ Die Zivilbevölkerung müsse besonders im derzeitigen Winter weiter unterstützt werden. Ein gespendeter Stromgenerator sei nicht nur eine humanitäre Hilfe, sondern auch eine moralische Unterstützung.
Das Blau-Gelbe Kreuz hat unter anderem Krankenwagen, Tarnnetze, Care-Pakete und Stromgeneratoren organisiert. Seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 hat der Verein mehr als 15.000 Stromgeneratoren, rund 5.250 Krankenhausbetten, 6.500 Notfallrucksäcke sowie Trinkwassercontainer und Babyboxen in die Ukraine gebracht.
Hilfe für Krankenhäuser und Infrastruktur
Das Land NRW unterstützt die Partnerregion Dnipropetrowsk in vielen Bereichen, darunter bei der Aufrechterhaltung der von russischen Angriffen betroffenen Infrastruktur, etwa der Strom- und Wärmeversorgung, oder beim Betrieb von Krankenhäusern.
Seit Februar 2022 wurden nach Angaben der Staatskanzlei NRW mehr als 500 verletzte und kranke Patientinnen und Patienten zur medizinischen Versorgung aus der Ukraine nach NRW verlegt. In Kürze soll eine von NRW mitgeförderte Prothetikwerkstatt in der Oblast Dnipropetrowsk ihren Betrieb aufnehmen.
„Mit unserer konkreten und kontinuierlichen Hilfe für die Ukraine setzen wir der Aggression des russischen Angriffskrieges Solidarität und Menschlichkeit entgegen“, sagte Staatskanzleichef Nathanael Liminski, der auch NRW-Minister für Internationales ist.
Mehr als 270.000 ukrainische Flüchtlinge in NRW
In Nordrhein-Westfalen wurden bislang fast 273.000 ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. An den öffentlichen und privaten Schulen im Land wurden im Schuljahr 2024/2025 nach Angaben des Schulministeriums mehr als 56.000 Schülerinnen und Schüler mit ukrainischer Staatsbürgerschaft unterrichtet. 275 Ukrainer sind im öffentlichen Schuldienst als Lehrkräfte oder sonstiges pädagogisches Personal beschäftigt.