Politik Inland

NRW-FDP-Chef Höne will vor Bundesparteitag bekannter werden

Im Wettbewerb um den FDP-Bundesvorsitz hat Henning Höne ein Problem: Er ist bundesweit unbekannt und kämpft gegen den prominenten Wolfgang Kubicki. Höne setzt auf Seriosität statt schriller Töne.

16.04.2026

Der NRW-FDP-Landesvorsitzende Henning Höne setzt auf Seriosität. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa

Der NRW-FDP-Landesvorsitzende Henning Höne setzt auf Seriosität. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

Der nordrhein-westfälische FDP-Chef Henning Höne will sich im Kampf um den Bundesvorsitz in der Partei bekannter machen. Bis zum Bundesparteitag Ende Mai werde er mehrere Landesparteitage der Liberalen etwa in Bayern besuchen, sagte Höne in Düsseldorf. Der 39-jährige bundesweit weithin unbekannte NRW-Parteichef tritt gegen den prominenten 74-jährigen FDP-Politiker Wolfgang Kubicki an. 

Der 74-jährige Kubicki traut seinem Kontrahenten Höne nicht zu, die FDP schnell wieder aus ihrer existenzbedrohenden Krise zu führen. „Ich hätte nicht kandidiert, wenn ich Henning Höne zugetraut hätte, dieses Problem in der sehr kurzen Zeit, die wir haben, zu durchbrechen“, sagte Kubicki dem „Spiegel“. „Damit die Menschen Ihnen zuhören, müssen Sie bekannt sein. Das fehlt ihm derzeit noch“, sagte Kubicki. Höne ist wie auch Kubicki stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender. 

Seriosität statt schriller Töne

Höne wiederum warnte die FPD vor einer inhaltlichen Verengung und einem zu schrillen Stil. Die FDP müsse Debatten differenziert führen. Auch der Wettbewerb um den Bundesvorsitz müsse im Stil fair, sportlich und kollegial bleiben. Er sei mit Kubicki im Gespräch, „weil es uns um die Partei geht“, sagte Höne. „Ich will eine FDP, die seriös auftritt, bürgerlich, verbindlich, kompromissfähig, souverän im besten Sinne.“ Die FDP müsse auch zuspitzen, aber um der Sache willen. In einer ohnehin schrillen und lauten Welt liege der Weg zum Comeback der Partei in einem souveränen Auftreten. 

Höne geht davon aus, dass unabhängig vom Ausgang der Wahl zum Bundesvorsitzenden sowohl er als auch Kubicki weiterhin eine Rolle in der FDP spielen werden. Kubicki hatte mit markanten Aussagen in den vergangenen Jahren immer wieder Aufmerksamkeit erregt. 

Die FDP war bei der Bundestagswahl 2025 an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und hatte diese auch bei jüngsten Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nicht genommen. Daraufhin war eine Führungsdebatte entbrannt. Der derzeitige FDP-Chef Christian Dürr hatte nach Kubickis Ankündigung erklärt, nicht wieder für den Parteivorsitz antreten zu wollen. Dürr unterstützt Kubickis Kandidatur. 

Erst einmal Wiederwahl als Landesparteichef

Bevor es Ende Mai um Bundesparteitag geht, stellt sich der Münsterländer Höne am Samstag zunächst bei einem Landesparteitag in Duisburg zur Wiederwahl als NRW-Landesparteichef. Einen Gegenkandidaten gibt es nicht. Ein geschlossenes Votum bei der Abstimmung des mitgliederstärksten FDP-Landesverbands dürfte für Höne eine wichtige Ausgangsposition im Kampf um den Bundesvorsitz sein. 

Auch in NRW muss die FDP Umfragen zufolge um ihren Wiedereinzug in den Landtag bei der Landtagswahl im April 2027 bangen. Bei der NRW-Wahl 2022 hatten die Freidemokraten ihr Ergebnis auf 5,9 Prozent halbiert und die damalige Regierungsbeteiligung eingebüßt.