Höne warnt FDP vor Spaltung im Rennen um den Bundesvorsitz
Existenzkrise, Führungsdebatte, zwei Kandidaten: Wie Henning Höne den Machtkampf mit Wolfgang Kubicki entschärfen will und warum der Ausgang des Duells das Schicksal der FDP bestimmen könnte.
Henning Höne fordert für ein Comeback der FDP eine geschlossene Partei.Christoph Reichwein/dpa
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Im Wettbewerb um den FDP-Bundesvorsitz hat der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Henning Höne vor einem innerparteilichen Machtkampf gewarnt. Sowohl er als auch Wolfgang Kubicki kandidierten für das Comeback der FDP, sagte Höne auf einem Landesparteitag in Duisburg. „Wolfgang kandidiert nicht gegen mich, und ich kandidiere nicht gegen Wolfgang“, rief Höne unter dem Applaus der rund 400 Delegierten. Es gebe zwischen ihnen zwar Unterschiede im Stil, Ton und in manchen Sachfragen. „Aber uns eint mehr, als uns trennt.“
Der 39-jährige Landesparteichef Höne und der 74-jährige langjährige FDP-Spitzenpolitiker Kubicki wollen Ende Mai beim Bundesparteitag in Berlin gegeneinander für den Bundesvorsitz der existenzbedrohten FDP antreten. Höne betonte, dass unabhängig vom Ausgang der Wahl sowohl er als auch Kubicki weiter eine Rolle in der Partei spielen würden. Der Wettbewerb zwischen ihnen helfe der FDP sogar, weil er die Partei so wieder spannend mache.
Der langjährige Landtagspolitiker Höne aus Coesfeld ist im Gegensatz zu dem wortgewaltigen und prominenten Politiker Kubicki bundesweit so gut wie unbekannt. Die FDP könne als Mannschaft nicht erfolgreich arbeiten, wenn „alle gegen alle konkurrieren“, sagte Höne. „Es gibt nur eine liberale Partei in Deutschland, und diese Partei muss wieder an alte Erfolge anknüpfen.“
Liberale in der Krise
Die FDP befindet sich in einer existenzbedrohenden Krise, seit sie bei der Bundestagswahl 2025 an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war und diese auch bei jüngsten Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nicht genommen hatte. Daraufhin war eine Führungsdebatte entbrannt. Der derzeitige FDP-Chef Christian Dürr hatte nach Kubickis Ankündigung erklärt, nicht wieder für den Parteivorsitz antreten zu wollen.
Für das Comeback der FDP sei die Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW in einem Jahr von entscheidender Bedeutung, sagte Höne. Auch in NRW muss die FDP Umfragen zufolge um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Bei der NRW-Wahl 2022 hatten die Freidemokraten ihr Ergebnis auf 5,9 Prozent halbiert und die damalige Regierungsbeteiligung eingebüßt.
Henning Höne kämpft um den Bundesvorsitz der FDP.Christoph Reichwein/dpa
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