Politik Inland

Holocaust-Ausstellung bewahrt Zeitzeugen-Erinnerung auf ewig

In Essen können Besucher mit dreidimensionalen Lichtbildern von Holocaust-Überlebenden sprechen. Die Antworten stammen aus echten Interviews – und sollen die Erinnerungen bewahren.

27.01.2026

NRW-Kulturministerin Ina Brandes (Mitte) mit den Holocaust-Überlebenden Eva Weyl und Wolfgang Polak. Die beiden Zeitzeugen haben tagelang Fragen beantwortet, damit Ausstellungsbesucher bald mit ihren Hologrammen sprechen können.Oliver Berg/dpa

NRW-Kulturministerin Ina Brandes (Mitte) mit den Holocaust-Überlebenden Eva Weyl und Wolfgang Polak. Die beiden Zeitzeugen haben tagelang Fragen beantwortet, damit Ausstellungsbesucher bald mit ihren Hologrammen sprechen können.Oliver Berg/dpa

© Oliver Berg/dpa

Mit einer europaweit bislang einzigartigen Technik will die nordrhein-westfälische Landesregierung die Erinnerung an das Leid der Juden während des Nationalsozialismus wach halten. In Essen können Besucher in einen Austausch mit dreidimensionalen Lichtbildern von Holocaust-Überlebenden kommen. Besucher können Fragen stellen - und die sogenannten Hologramme der Zeitzeugen antwortet darauf.

Es gehe darum, die Stimmen von Zeitzeugen für die Ewigkeit zu bewahren, sagte Kulturministerin Ina Brandes (CDU). Damit die Hologramme möglichst auf jede Frage reagieren können, wurden in tagelangen Interviews mit den Zeitzeugen Antworten auf hunderte Fragen aufgenommen.

„Die Erfahrung und die Eindrücke einer persönlichen Begegnung mit Überlebenden des Holocaust sind unersetzlich“, betonte Brandes. Doch die meisten Zeitzeugen seien inzwischen 90 Jahre und älter. „Sie werden uns ihre Geschichte nicht mehr lange erzählen können.“

Noch laufen die letzten Arbeiten - doch in einigen Monaten soll auch das Hologramm von Eva Weyl ein Teil der Ausstellung in Essen werden. (Archivbild)Bernd Thissen/dpa

Noch laufen die letzten Arbeiten - doch in einigen Monaten soll auch das Hologramm von Eva Weyl ein Teil der Ausstellung in Essen werden. (Archivbild)Bernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa

Echte Antworten trotz künstlicher Intelligenz

Die Gespräche in der Ausstellung „Holo-Voices“ auf Zeche Zollverein in Essen werden zwar mit Hilfe moderner Technik und künstlicher Intelligenz geführt. Die Antworten seien aber die authentischen Antworten echter Zeitzeugen. „Die Antworten der Holocaust-Überlebenden werden nicht verfremdet, zusammengeführt, gekürzt oder ergänzt“, betonte Brandes. „Der Fragesteller bekommt immer die Original-Schilderung der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu hören.“

Für Besucher öffnet die kostenlose Ausstellung am Mittwoch. Rund 160 Schulklassen hätten ihren Besuch bereits geplant. „Unsere Stimmen werden nicht verstummen“, sagte die 90-jährige Holocaust-Überlebende Eva Weyl, deren Hologramm bald in der Ausstellung zu sehen sein soll.

Auschwitz steht für das Grauen des Holocaust

Die Ausstellung in Essen wurde am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus eröffnet. Der Tag erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945. Rund 1,1 Millionen Menschen wurden allein dort zwischen 1940 und 1945 erschossen, in Gaskammern ermordet oder starben an Hunger und Krankheiten – die meisten von ihnen waren Juden.