Merz: Gewalt beginnt mit Intoleranz und Ausgrenzung
Trotz des Terroranschlags: Bundeskanzler Merz hält an seinem Besuch in Paderborn fest und setzt beim Libori-Mahl ein Zeichen gegen Angst und für gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Friedrich Merz hielt beim traditionellen Libori-Mahl in Paderborn eine Rede.Friso Gentsch/dpa
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Rund 24 Stunden nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Menschen dazu aufgefordert, sich nicht einschüchtern zu lassen. Noch in der Nacht habe er überlegt, ob er der Einladung nach Paderborn zum traditionellen Libori-Mahl folgen solle. Er habe sich aber schnell entschlossen, seine Zusage einzuhalten.
„Gewalt beginnt nicht erst mit einem Anschlag. Gewalt beginnt mit Intoleranz, mit Ausgrenzung, mit Diskriminierung, dummen Redensarten und schlechten Witzen“, sagte Merz vor der Libori-Gilde im Historischen Rathaus.
Die Gilde ist eine Gruppe aus Unternehmern und engagierten Bürgern der Stadt. Merz hielt bei der Traditionsveranstaltung eine Rede zum Thema Europa, ging aber zu Beginn auf den Anschlag in Berlin ein. Erstmals kam die Libori-Gilde im Jahr 1449 zu dem gemeinsamen Essen mit einfachen westfälischen Speisen zusammen. Das Mahl ist Teil der neuntägigen Libori-Feierlichkeiten. Die Zeit gilt in Paderborn als fünfte Jahreszeit. Das Fest hat einen religiösen Ursprung. Kirche und Stadt feiern die Ankunft der Gebeine des Hl. Liborius im Jahr 836.