Politik Inland

Landtag debattiert über Jugendliche ohne Berufsperspektive

Fast 35.000 Jugendliche in NRW stehen nach der Schule ohne gesicherte Berufsperspektive da. Was sind die Gründe, und welche Hilfe kann jetzt greifen? Darum geht es im Landtag.

07.05.2026

Der NRW-Landtag debattiert über Jugendliche, die nach dem Schulabschluss keine Berufsperspektive haben. (Symbolbild)Henning Kaiser/dpa

Der NRW-Landtag debattiert über Jugendliche, die nach dem Schulabschluss keine Berufsperspektive haben. (Symbolbild)Henning Kaiser/dpa

© Henning Kaiser/dpa

Zehntausenden Schulabgängern fehlt in Nordrhein-Westfalen nach offiziellen Angaben nach dem Abschluss eine konkrete Berufsperspektive. Der NRW-Landtag debattiert am Donnerstag (10.00 Uhr) in einer Aktuellen Stunde auf Antrag der SPD-Opposition über die Konsequenzen.

Rund 31.800 Schülerinnen und Schüler haben nach Zahlen des NRW-Arbeitsministeriums 2024 die Schule verlassen, ohne über einen gesicherten Anschluss zu verfügen. Im Jahr 2025 waren es sogar 34.865 Schüler, wie aus der Antwort auf eine Anfrage der SPD hervorgeht. Die SPD nennt die Zahlen alarmierend. Ohne formale Qualifikation seien die Berufschancen junger Menschen schlecht. 

Die weiterführenden Schulen müssen in NRW seit 2024 die Daten von Schülern ohne Anschlussperspektive an die Bundesagentur für Arbeit melden, damit den jungen Menschen Berufsberatung angeboten werden kann. Die Landesregierung verweist darauf, dass sie betroffene Schulabgänger durch Programme wie „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) unterstütze. 

Debatte über Scharrenbach 

Der Landtag beschäftigt sich erneut auch mit der Affäre um angeblichen Machtmissbrauch durch Bau- und Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU). Die AfD will dazu einen Untersuchungsausschuss beantragen. Im Alleingang kann die AfD das parlamentarische Gremium allerdings nicht einsetzen, da ihr dafür im Plenum das notwendige Quorum fehlt.

Ausgangspunkt war ein „Spiegel“-Bericht, wonach Mitarbeiter sich über barsches Verhalten bis hin zu „gesundheitsschädigenden Umgangsformen“ sowie „desaströses Führungsverhalten“ der Ministerin beklagt haben. Demnach sei die Arbeitsatmosphäre geprägt von „Angst und Schrecken“. Unmittelbar nach der Veröffentlichung hatte Scharrenbach Fehler eingeräumt und Verbesserungen angekündigt. Mobbing-Vorwürfe wies sie zurück.