Krings: „Nichts ist tabu“ bei Kanzler- und Parteichef-Frage
Nach zwei schwarzen Wahlsonntagen steckt die CDU in einer tiefen Krise. Ein mächtiger CDU-Mann aus NRW, Günter Krings, sinniert über die Zukunft des Kanzlers.
Will Reformen forcieren: Günter Krings von der CDU. (Archivbild)Michael Kappeler/dpa
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In der Debatte über die politische Zukunft von Kanzler Friedrich Merz hat der Chef der nordrhein-westfälischen CDU-Bundestagsabgeordneten, Günter Krings, auch eine Trennung von Kanzlerschaft und Parteivorsitz nicht ausgeschlossen. Nach einem solchen Szenario gefragt, sagte er: „Es darf keine Tabus geben bei dem Thema. Man darf natürlich und muss über alles sprechen.“ Zugleich gab er in der ARD-Sondersendung „Tagesschau Extra“ zu bedenken, dass die CDU früher mit einer solchen Trennung nicht so gute Erfahrungen gemacht habe.
Krings sagte weiter, für den Kanzler gelte wie für alle: erst das Land, dann die Partei und dann die Person. „Insofern: Nichts ist tabu.“ Nur sehe er nicht, wie die CDU mit einer „ausufernden“ Diskussion über einen Wechsel des Kanzlers oder des Parteichefs nach vorne komme. „Es geht darum, die notwendigen, lange verschleppten Reformen voranzubringen“, betonte er.
„Das waren zwei schwarze Wahlsonntage“
Krings sprach von einer ganz schwierigen Zeit für die CDU nach den heftigen Niederlagen bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und nun auch in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. „Das waren zwei schwarze Wahlsonntage, die wir erlebt haben. Und das ist heftig. Das ist mit die tiefste Krise, die diese Partei jemals hatte.“
Merz selbst hatte nach dem historischen Wahldebakel seinen Reformkurs bekräftigt und betont, dass es in den Führungsgremien der Partei keinerlei Diskussion über seine politische Zukunft gegeben habe. Zugleich bekannte er sich zur Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten. Er sei dankbar, dass die SPD an der Koalition festhalten wolle, sagte er. „Das gilt auch für uns, das gilt auch für mich.“