Politik Inland

Kölner Polizeipräsident verurteilt Demo-Gewalt

In Köln kommt es am Rande der Gen-Z-Demo zu Randale. Der Polizeipräsident verurteilt die Gewalt. Die Linke erhebt dagegen Vorwürfe gegen die Polizei.

31.10.2026

Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns verurteilt die Gewalt am Rande der Gen-Z-Demonstration. (Archivbild)Henning Kaiser/dpa

Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns verurteilt die Gewalt am Rande der Gen-Z-Demonstration. (Archivbild)Henning Kaiser/dpa

© Henning Kaiser/dpa

Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns hat die Gewalt am Rande der Gen-Z-Demo verurteilt. „Es ist traurig und trifft mich sehr, dass junge Menschen, die friedlich für ihre Zukunft demonstrieren wollten, heute von Extremisten unterwandert wurden, die nichts anderes als Gewalt im Sinn hatten“, teilte Hermanns der Deutschen Presse-Agentur in Köln mit. „Ich danke den vielen Friedlichen, die erkannt haben, dass man sie als Schutzschild benutzen wollte. Sie haben sich von Chaoten distanziert und sich entfernt, nachdem die ursprüngliche Versammlung beendet war.“

Laut Polizei hatten in Köln Demonstrierende Pyrotechnik und Steine auf Einsatzkräfte geworfen. Ein Beamter sei an der Hand verletzt worden und habe seinen Dienst nicht fortsetzen können. Der Polizei wurden den Angaben zufolge außerdem aus verschiedenen Bereichen des Stadtgebietes dunkel gekleidete Gruppen mit teilweise 30 oder 40 Personen gemeldet, die randalierend unterwegs gewesen seien. Am Abend kam es demnach auf der Domplatte nahe dem Hauptbahnhof zu Angriffen auf Polizisten. 

Linke wirft der Polizei Eskalation vor

Die Linke warf der Kölner Polizei dagegen einen „unverhältnismäßigen Einsatz“ vor. Die Polizei habe von Anfang an eskaliert, indem sie etwa Wasserwerfer eingesetzt habe. „Wer jungen Menschen erst das Demonstrieren verweigert und ihnen dann mit Wasserwerfern begegnet, muss sich über ihre Wut nicht wundern“, kritisierte die Kölner Bundestagsabgeordnete der Linken, Lea Reisner. Sie erwarte vom Polizeipräsidium und vom Innenministerium „lückenlose Aufklärung“. 

Die Kölner Linke-Bundestagsabgeordnete Lea Reisner forderte eine Aufarbeitung des Polizeieinsatzes. (Archivbild)Michael Brandt/dpa

Die Kölner Linke-Bundestagsabgeordnete Lea Reisner forderte eine Aufarbeitung des Polizeieinsatzes. (Archivbild)Michael Brandt/dpa

© Michael Brandt/dpa

Wegen der Vermummung einiger Teilnehmer und dem Einsatz von Pyrotechnik hatte die Kölner Polizei einen geplanten Demonstrationszug der Initiative „Gen Z regelt“ kurzfristig abgesagt. Die Demo durfte nur als Standkundgebung abgehalten werden.

Polizeipräsident verteidigt Vorgehen

Hermanns wies Kritik am Vorgehen der Polizei zurück. Der Aufzug durch die Stadt sei aus gutem Grund untersagt worden, so Hermanns. „Wir haben Molotow-Cocktails und Nothämmer bei Vermummten sichergestellt. Wofür die mitgeführt wurden, braucht wohl keine Erläuterung!“ Da der Einsatz noch laufe, sei es zu früh für eine Bilanz oder eine Prognose für die Nacht. „Wir werden vermutlich gefordert sein“, vermutete der Polizeichef. „Ich bin sicher, dass wir heute am späten Nachmittag verhindert haben, dass aus Köln Bilder live gesendet werden, die an Paris und Mailand erinnern.“

An der Demonstration in Köln beteiligten sich laut Polizei mehrere tausend Menschen, aber weniger als die angemeldeten 15.000. Ein „Gen Z“-Vertreter bezifferte die Zahl der Teilnehmenden dagegen auf 15.000 Menschen.