Politik Inland

Immer mehr psychiatrische Behandlungen im NRW-Strafvollzug

Rund 30 Prozent der Gefangenen in NRW leiden unter psychiatrischen Erkrankungen – die häufigste Diagnose: Sucht. Die Zahl der stationären Behandlungen steigt.

28.07.2026

Die häufigste psychiatrische Diagnose im NRW-Strafvollzug sind Suchterkrankungen. (Symbolbild)Marcel Kusch/dpa

Die häufigste psychiatrische Diagnose im NRW-Strafvollzug sind Suchterkrankungen. (Symbolbild)Marcel Kusch/dpa

© Marcel Kusch/dpa

Die Zahl der stationären Behandlungen von Gefangenen mit psychiatrischen Erkrankungen im nordrhein-westfälischen Strafvollzug hat sich in den vergangenen Jahren in etwa vervierfacht. Gab es 2021 noch 69 Behandlungen, stieg die Zahl bis 2025 auf 288. Das geht aus der Antwort des Justizministeriums auf eine kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor.

Die häufigste psychiatrische Diagnose im Strafvollzug waren Suchterkrankungen, gefolgt von affektive Erkrankungen wie Depressionen sowie Schizophrenien. Der Anteil von Gefangenen mit psychiatrischer Diagnose lag nach früheren Angaben des Ministeriums in den vergangenen fünf Jahren stets bei rund 30 Prozent von rund 14.000 Gefangenen. Davon entfiel im Schnitt ein Anteil von knapp 80 Prozent auf eine Suchterkrankung.

Ein Viertel der Planstellen für Psychologen unbesetzt

Zum 1. Januar 2026 standen im NRW-Strafvollzug 231 Planstellen für Psychologen und Psychologinnen zur Verfügung. Knapp ein Viertel davon war den Angaben zufolge unbesetzt. 

Die medizinischen Kosten pro Gefangenem pro Tag lagen 2025 bei 14,37 Euro. Das waren 1,59 Euro mehr als 2021. Die medizinische Versorgung von Gefangenen im NRW-Strafvollzug erfolgt außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung und wird aus Steuermitteln finanziert. An den Kosten für zahnprothetische Leistungen werden Gefangene im Umfang der Beteiligung vergleichbarer gesetzlich Versicherter beteiligt.