Politik Inland

„Feindseliges Signal“: Trump bremst Manöver mit Südkorea aus

Die USA zeigen im Pazifik militärische Präsenz und wollen Chinas Machtansprüche einhegen. Jetzt kommt Trump Nordkoreas Machthaber entgegen - und schwärmt über ein „sehr gutes“ Verhältnis zu ihm.

17.08.2026

US-Präsident Trump will ein hervorragendes Verhältnis zu Nordkoreas Machthaber Kim haben. (Archivbild) Evan Vucci/AP/dpa

US-Präsident Trump will ein hervorragendes Verhältnis zu Nordkoreas Machthaber Kim haben. (Archivbild) Evan Vucci/AP/dpa

© Evan Vucci/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump will mit Verweis auf seine „sehr gute Beziehung“ zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ein gemeinsames Militärmanöver mit Südkorea deutlich kleiner ausfallen lassen. Zudem ließ er durchklingen, dass die seit Jahren üblichen Übungen mit den südkoreanischen Streitkräften künftig auch ganz entfallen könnten.

Er sei nicht glücklich darüber, dass die USA vor langer Zeit solchen gemeinsamen Übungen zugestimmt hätten, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Diese sendeten ein „völlig unangemessenes und feindseliges Signal“ an ein Land, das - solange er Präsident gewesen sei - keine Bedrohung dargestellt und sich respektvoll verhalten habe, schrieb er mit Blick auf Nordkorea. „Deshalb, und weil es zu spät für eine Absage ist, habe ich Kriegsminister Pete Hegseth angewiesen, die gemeinsamen Militärübungen deutlich zu reduzieren!“.

Trumps Ankündigung schien ein Affront gegen den engen Verbündeten Südkorea zu sein, der ähnlich wie Nato-Partner in Europa auf den militärischen Schutz durch die USA zählt. Zudem schien Trump damit ausgerechnet dem international isolierten Machthaber Nordkoreas einen Gefallen zu tun. Kim droht Südkorea immer wieder mit militärischer Gewalt und bezeichnet den Süden als „Hauptfeind“. Pjöngjang baute seit Trumps erster Amtszeit sein Atomarsenal aus, zudem unterstützt Nordkorea Russland im Kampf gegen die Ukraine mit Munition und der Entsendung Tausender Soldaten.

In einer ersten Stellungnahme teilte das Präsidentenbüro in Seoul vage mit, dass sich Südkorea und die USA eng bei den gemeinsamen Militärübungen koordinieren würden. Ob Trump seine Ankündigung jedoch vorher mit der Regierung abgesprochen hat, wird in südkoreanischen Medien offen angezweifelt. 

Gemeinsames Manöver mit Tausenden Soldaten 

Südkorea und die USA trainieren jährlich zusammen, um die gemeinsame Verteidigungsfähigkeit zu festigen. Heute begann die neueste Auflage des Manövers, an dem Tausende Soldaten beider Staaten beteiligt sind. 

Wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, wird das sogenannte „Ulchi Freedom Shield“ diesmal nur 14 Feldübungen beinhalten - drei Feldübungen weniger als noch im vergangenen Jahr. Die Reduktion geht laut Yonhap auf Bemühungen des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung zurück, der ebenfalls wie Trump eine diplomatische Annäherung mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sucht. 

Das jährlich stattfindende gemeinsame Militärmanöver führt stets zu Vorwürfen Nordkoreas. (Archivbild) Lee Jin-man/AP/dpa

Das jährlich stattfindende gemeinsame Militärmanöver führt stets zu Vorwürfen Nordkoreas. (Archivbild) Lee Jin-man/AP/dpa

© Lee Jin-man/AP/dpa

Erst am Samstag hatte Trump ein Bild von sich Seite an Seite mit Nordkoreas Machthaber verbreitet und das gute Verhältnis zu Kim betont. In seinem neuesten Post betonte er auch, dass die Militärübungen kostspielig seien und ein Großteil dieser Kosten von den USA getragen werde. Trump erwähnte zudem, dass Südkorea kürzlich seine Bitte abgelehnt habe, sich den Bemühungen um eine Denuklearisierung des Irans anzuschließen.

Trump traf sich in erster Amtszeit mit Kim Jong Un 

Der US-Präsident suchte in der Vergangenheit immer wieder Kontakt zu Nordkoreas Machthaber und traf ihn während seiner ersten Amtszeit mehrfach zu Gesprächen. Bei einem Gipfeltreffen in Hanoi im Jahre 2019 reiste Kim nach einem diplomatischen Eklat vorzeitig ab. Als Trump in seiner zweiten Amtszeit im Herbst 2025 auf Asien-Reise unterwegs war, äußerte er Interesse an einem weiteren Treffen mit Kim, das seither aber nicht zustande kam.

Bislang hält die US-Regierung an ihrem erklärten Ziel fest, Nordkorea nuklear vollständig abzurüsten. Das weitgehend abgeschottete Land wird wegen seines Atomprogramms mit weitreichenden UN-Sanktionen sowie zusätzlichen US-Sanktionen belegt. So ist es Nordkorea gemäß Resolutionen des UN-Sicherheitsrats grundsätzlich untersagt, ballistische Raketen abzufeuern. 

Dass es zuletzt trotzdem erneut mehrere Raketentests gab, werteten Experten als Machtdemonstration und Zeichen des Protests gegen die jährlichen Militärübungen der amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte.