Politik Inland

Das neue Schuljahr in Nordrhein-Westfalen beginnt

Schulstart in NRW: Warum Handschrift wieder wichtiger wird, welche Kosten auf Familien zukommen und wie der Schulweg sicherer wird.

02.09.2026

Der erste Schultag gehört zu den aufregendsten Tagen im Leben. (Symbolbild)Rolf Vennenbernd/dpa

Der erste Schultag gehört zu den aufregendsten Tagen im Leben. (Symbolbild)Rolf Vennenbernd/dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa

Nach gut sechs Wochen Sommerferien geht heute für die meisten der fast 2,5 Millionen Kinder und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen die Schule wieder los. Unter ihnen sind auch rund 170.000 neue Erstklässlerinnen und Erstklässler. Sie starten heute oder morgen ins Schulleben.

Stift statt Handy

Schulministerin Dorothee Feller (CDU) hat bereits angekündigt, dass in den Grundschulen wieder mehr mit der Hand geschrieben werden soll. Immer mehr Kinder könnten zwar auf Handys oder Tablets tippen und wischen, aber keinen Stift halten, berichten viele Lehrkräfte. Schüler sollen nach Worten Fellers eine sichere und lesbare Handschrift sowie eine ordentliche Rechtschreibung erlernen.

Schutz vor Unfallrisiken vor den Schulen 

Mit automatischen Pollern, digitalen Schranken und Apps versuchen immer mehr Kommunen, die Sicherheit an Schulen zu erhöhen. Inzwischen gibt es nach Angaben des Verkehrsministeriums landesweit 93 sogenannte Schulstraßen. Rund 60 weitere Kommunen haben konkrete Anfragen gestellt. 

Schulstraßen sollen die Sicherheit von Schülern erhöhen. (Archivbild)Henning Kaiser/dpa

Schulstraßen sollen die Sicherheit von Schülern erhöhen. (Archivbild)Henning Kaiser/dpa

© Henning Kaiser/dpa

Tipps für mehr Sicherheit auf dem Schulweg

Der ADAC rät Eltern, den Schulweg gemeinsam mit den Kindern mehrmals zu üben – und dabei nicht ständig zu ermahnen und zu meckern. Für den Schulweg sollten Familien morgens ausreichend Zeit einplanen. Mit Reflektoren am Schulranzen und der Kleidung oder einer Sicherheitsweste sind Kinder auch bei schlechter Sicht zu erkennen. 

Knapp die Hälfte der Schüler mit Migrationsgeschichte

Fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in NRW hat nach Angaben des Landesamts für Statistik (IT.NRW) eine Migrationsgeschichte. Im Schuljahr 2025/2026 waren es 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche (44,6 Prozent). Im Schuljahr 2020/2021 lag der Anteil noch bei 39,4 Prozent. Grund für den Anstieg sind unter anderem Fluchtbewegungen etwa infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022.

Rund 170.000 Erstklässler werden in NRW eingeschult. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

Rund 170.000 Erstklässler werden in NRW eingeschult. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa

Schule ist teuer

Der Beginn eines neuen Schuljahres ist mit zahlreichen Anschaffungen verbunden, die sich schnell auf mehrere hundert Euro summieren können. Für Alleinerziehende und Familien mit geringem Einkommen bedeutet dies eine erhebliche finanzielle Herausforderung. Darauf weist der Sozialverband VdK hin. Zwar könnten bedürftige Familien bei ihrer Kommune Unterstützung beantragen, diese decke aber oft nicht die tatsächlichen Ausgaben. Der VdK fordert daher eine dauerhafte, unbürokratische Unterstützung für armutsgefährdete Kinder – etwa durch die kostenlose Bereitstellung von Lernmitteln.

Rückkehr zu G9 abgeschlossen

Nach einer mehrjährigen Umstellung ist die Rückkehr vom acht- zum neunjährigen Gymnasium in NRW nun abgeschlossen. Ab heute werden wieder neun statt acht Jahrgänge an den meisten Gymnasien unterrichtet. Im Frühjahr 2027 wird es wieder rund 70.000 Abiturienten geben. In diesem Jahr waren es aufgrund der Umstellung von G8 auf G9 nur rund 30.000 Absolventen.