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„Das ging so schnell“: Opfer berichten von Messerangriff

Ein IS-Terrorist soll in Bielefeld feiernde Menschen angegriffen haben. Im Prozess berichteten nun die Opfer als Augenzeugen vom blutigen Geschehen.

09.03.2026

Spurensicherung am Tatort vor einer Bar. (Archivbild)Christian Müller/Christian Müller TV/dpa

Spurensicherung am Tatort vor einer Bar. (Archivbild)Christian Müller/Christian Müller TV/dpa

© Christian Müller/Christian Müller TV/dpa

Im Prozess um den Terroranschlag auf feiernde Menschen in Bielefeld haben erstmals Opfer als Zeugen über den Messerangriff berichtet. Sie sei bis heute krankgeschrieben und immer noch in Behandlung, sagte eine 27-jährige Taxifahrerin am Düsseldorfer Oberlandesgericht aus. 

In der Tatnacht habe sie seitlich aus dem Augenwinkel einen Schatten auf sich zukommen sehen. „Ich habe mir nichts dabei gedacht, aber dann den Ausruf „Allahu akbar“ gehört und im Arm etwas gespürt. Der Ausruf kam und dann kam auch schon der Stich. Das ging so schnell. Gespürt habe ich zwei Stiche.“

Verletzung durch Adrenalin vergessen

Dann sei ihr Begleiter vor ihr umgefallen. „Ich habe ihn hochgehoben und wir sind ins Cutie.“ Das ist der Name der Bar, vor der sich der Anschlag ereignete. Ihr Bekannter habe geschrien, dass er getroffen worden sei. Mehrere Leute hätten sich um ihn gekümmert. 

Durch das Adrenalin habe sie ihre eigene Verletzung vergessen und sich um ihren Bekannten gesorgt, dem die Augen zugefallen seien. „Nicht, dass der vor unseren Augen stirbt“, habe sie gedacht. 

Ein junger Mann habe sie beruhigt und dann habe sie gemerkt, dass sie auch blute. Ein Polizist habe ihr den Arm abgebunden, bevor die Sanitäter gekommen seien. Dann hätten sie auch die Verletzung seitlich am Brustkorb entdeckt. 

Arterie getroffen 

Sie selbst sei auch schwer verletzt worden, wie sich herausgestellt habe. An ihrem Arm sei eine Arterie getroffen worden. Sie habe die Hälfte ihres Blutes verloren und zu verbluten gedroht. Wegen des Lungenstichs hätten die Ärzte zudem einen Herzstillstand befürchtet. 

Psychisch mache sich die Tat auch zehn Monate später noch bemerkbar: „Wenn es dunkel ist, gehe ich nicht alleine raus. Ich scanne die Leute in meiner Umgebung und ich kann nicht ab, wenn jemand hinter mir geht.“ Sie habe Schlafprobleme und wache nachts schweißgebadet auf. Diese Probleme seien auch nicht abgeklungen, sondern eher mehr geworden.

Anklage wegen versuchten Mordes

Wegen des mutmaßlich islamistisch motivierten Messeranschlags hat die Bundesanwaltschaft den mutmaßlichen Attentäter wegen vierfachen versuchten Mordes angeklagt. Sie hält den 36-jährigen Syrer für einen IS-Terroristen.

Vier Menschen waren bei dem Angriff am 18. Mai 2025 mit einem präparierten Gehstock lebensgefährlich verletzt worden. Der Anschlag hatte sich vor einer Bielefelder Bar ereignet, wo Besucher den Aufstieg des ostwestfälischen Fußballclubs Arminia Bielefeld gefeiert haben sollen. Einen Tag später, am Abend des 19. Mai, wurde der Verdächtige in Heiligenhaus bei Düsseldorf festgenommen.

Der Verdächtige unmittelbar nach seiner Festnahme. (Archivbild)Tim Oelbermann/dpa

Der Verdächtige unmittelbar nach seiner Festnahme. (Archivbild)Tim Oelbermann/dpa

© Tim Oelbermann/dpa

Anteilnahme nach dem Messerangriff in Bielefeld. (Archivbild)Friso Gentsch/dpa

Anteilnahme nach dem Messerangriff in Bielefeld. (Archivbild)Friso Gentsch/dpa

© Friso Gentsch/dpa