Bürgerrechtlerin Kolesnikowa nimmt Karlspreis in Empfang
Jahrelang war Maria Kolesnikowa politische Gefangene in Belarus. In dieser Zeit wurde ihr der Karlspreis verliehen, den sie aber nicht entgegennehmen konnte. Jetzt soll alles nachgeholt werden.
Die belarussische Oppositionelle Maria Kolesnikowa nimmt nachträglich den Karlspreis in Empfang (Archivbild).Kay Nietfeld/dpa
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Die belarussische Oppositionelle Maria Kolesnikowa nimmt am 14. März in Aachen den Karlspreis in Empfang, der ihr 2022 verliehen worden war. Damals konnte sie ihn nicht selbst entgegennehmen, da sie in Belarus in Haft war. Doch im Dezember ließ Machthaber Alexander Lukaschenko auf US-Druck hin mehr als 120 politische Gefangene frei, unter ihnen auch Kolesnikowa. Die 43-Jährige gehörte zu den Anführerinnen der Massenproteste in Belarus nach der Präsidentenwahl von 2020. Sie war im September 2020 festgenommen worden.
Zwei Jahre später wurde ihr zusammen mit zwei anderen Bürgerrechtlerinnen aus dem autoritär regierten Belarus der Karlspreis zuerkannt. Bei der damaligen Verleihung wurde sie von ihrer Schwester vertreten. Wie die Stadt Aachen mitteilte, soll die Preisverleihung nun in einem Festakt im Krönungssaal des Rathauses nachgeholt werden. Dies sei „ein starkes Signal an alle, die in Europa für Freiheit und Demokratie eintreten“, sagte der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, Armin Laschet. Kolesnikowa lebt seit ihrer Freilassung in Berlin.