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Besoldungsplus 2026: Beamte profitieren mehr als Angestellte

Von wegen 1:1-Übertragung: Nach der jüngsten Tarifrunde für den Öffentlichen Dienst zeichnet sich in NRW ab: Vorteil für viele Beamte. Das Finanzministerium erklärt das erstaunliche Ergebnis.

05.05.2026

Die jüngste Tarifrunde bringt für die Landesregierung einige Rechenaufgaben mit sich, um zu einer fairen Besoldung für alle zu kommen. (Symbolbild)Oliver Berg/dpa

Die jüngste Tarifrunde bringt für die Landesregierung einige Rechenaufgaben mit sich, um zu einer fairen Besoldung für alle zu kommen. (Symbolbild)Oliver Berg/dpa

© Oliver Berg/dpa

Die Landes- und Kommunalbeamten in Nordrhein-Westfalen können sich auf einen überdurchschnittlichen prozentualen Anstieg ihrer Besoldung freuen: Während die Grundbesoldung bei den Angestellten für 2026 rückwirkend zum 1. April um 2,8 Prozent monatlich steigt - mindestens jedoch um 100 Euro - werden es bei den Beamten rund 3,36 Prozent plus sein. Das teilte das Finanzministerium in Düsseldorf mit. Zuerst hatte die „Rheinische Post“ berichtet.

Grund für die Abweichung sei ein verfassungsrechtlich verankertes Mindestabstandsgebot zwischen den Besoldungsgruppen, das auch bei Erhöhungen immer gewahrt werden müsse, erläuterte die Behörde. Das sei aber keine feste prozentuale Zahl. Problematisch werde die Übertragung der Tarifverhandlungen für Bund und Länder immer, wenn – wie in diesem Jahr – Festbeträge vereinbart worden seien. 

Vor allem leitende Beamte profitieren

Im Ergebnis führt das dazu, dass höhere Besoldungsgruppen von der jetzt geplanten prozentualen Abweichung deutlich mehr profitieren. In der untersten Beamtenbesoldungsgruppe A5 kommen laut Finanzministerium bei einer linearen Erhöhung um 3,36 Prozent genau 100 Euro brutto mehr im Monat heraus. 

Ein Polizeikommissar oder Amtsinspektor mit einer Besoldungsgruppe von A9 kommt auf eine Grundgehaltserhöhung von 111,77 Euro - also 11,77 Euro mehr. Ein Gymnasialdirektor oder der Leiter einer Vollzugsanstalt, die mit A16 besoldet werden, hätten einen Zugewinn zwischen 37,82 und 47,55 Euro monatlich - je nach Erfahrung. 

2027 und 2028 soll 1:1 übertragen werden

Andere Bestandteile der Bezüge - etwa Familienzuschläge, Amts- oder Strukturzulagen - werden im laufenden Jahr um 2,8 Prozent erhöht. Generell sollen in den kommenden beiden Jahren die Bezüge entsprechend der Einigung für die Tarifbeschäftigten anwachsen: Für 2027 ist ab März ein Plus von 2,0 Prozent geplant, 2028 sollen die Bezüge ab Januar weiter um 1,0 Prozent steigen. Auch die Ausbildungsentgelte werden angehoben.

Die Landesregierung will das Gesetzgebungsverfahren für die Übertragung des Tarifergebnisses so schnell wie möglich einleiten, so dass der Gesetzentwurf möglichst schon zum Juni-Plenum in den Landtag eingebracht werden kann. Abschlagszahlungen sind rückwirkend zum 1. April ab Ende Juni eingeplant.