Auswärtiges Amt: Setzen uns „intensiv“ für Journalistin ein
Die Familie einer in Syrien vermissten Journalistin findet, dass die Bundesregierung zu wenig für ihre Freilassung tut. Das Auswärtige Amt weist den Vorwurf zurück.
Die Familie der in Syrien vermissten Eva Maria Michelmann fordert von der Bundesregierung, die Bemühungen um ihre Freilassung zur Chefsache zu machen (Archivbild).Oliver Berg/dpa
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Das Auswärtige Amt setzt sich nach eigenen Angaben „intensiv“ für die in Syrien vermisste Journalistin Eva Maria Michelmann ein. „Das Auswärtige Amt nutzt dabei verschiedene Kanäle und steht mit verschiedenen Stellen und Ansprechpartnern, selbstverständlich auch hochrangig, in Kontakt“, teilte das Ministerium in Berlin mit. „Nach intensiven Bemühungen haben wir nun direkten Zugang zu Frau Michelmann erhalten und werden sie weiter konsularisch betreuen.“ Vor Ort seien die Deutsche Botschaft Beirut und die Deutsche Botschaft Damaskus mit dem Fall befasst. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes könne man aber keine weiteren Details mitteilen.
Familie fordert größere Anstrengungen der Bundesregierung
Nach Angaben der Anwaltskanzlei, die Michelmann vertritt, wurde sie am 18. Januar zusammen mit dem aus der Türkei stammenden kurdischen Journalisten Ahmet Polad in Syrien verschleppt und wird seitdem unter unmenschlichen Haftbedingungen festgehalten. Michelmanns Bruder, Antonius Michelmann, sagte am Montag bei einer Pressekonferenz in Köln, seines Wissens habe die Bundesregierung den Fall bisher gegenüber der syrischen Regierung auf höchster Ebene nicht zur Sprache gebracht. „Wir erwarten, dass die Bundesregierung das zur Chefsache macht“, forderte er. Die Mutter der Journalistin, Rotraut Hake-Michelmann, sagte, bisher habe es vom Auswärtigen Amt nur „schöne Worte“ gegeben.
Den Angaben der Familie und der Kanzlei zufolge arbeitete die aus Köln stammende Michelmann seit 2022 in Syrien als freie Journalistin. Sie machte sich demnach unter anderem für Frauenrechte stark.