Politik Inland

Schneider: Bei Energiewende „schneller und besser werden“

In Berlin beginnt eine internationale Klimakonferenz mit mehr als 30 Staaten. Der Bundesumweltminister erinnert als Gastgeber an die drängenden Themen. Auch der UN-Generalsekretär mahnt.

21.04.2026

Umweltminister Carsten Schneider hat den Petersberger Klimadialog eröffnet.Kay Nietfeld/dpa

Umweltminister Carsten Schneider hat den Petersberger Klimadialog eröffnet.Kay Nietfeld/dpa

© Kay Nietfeld/dpa

Mit einem Appell für eine schnelle globale Energiewende hat Bundesumweltminister Carsten Schneider den Petersberger Klimadialog in Berlin eröffnet. „Es ist klar, dass diese Krise eine Krise der fossilen Energien ist“, sagte der SPD-Politiker bei der internationalen Konferenz in Berlin. Die Abhängigkeit von fossiler Energie wie Öl, Gas oder Kohle sei ein nicht zu kalkulierendes Risiko, das gelte auch für Deutschland. „Erneuerbare Energiequellen sind dagegen Sicherheitsenergien“, sagte Schneider. 

Zugleich seien die Erneuerbaren der größte Hebel im Kampf gegen den Klimawandel, betonte Schneider. Die Energiewende sei weit fortgeschritten und nicht zu stoppen. „Aber wir müssen schneller und besser werden, denn unser Planet heizt sich immer weiter auf“, sagte der Minister als Gastgeber der Konferenz.

„Menschen wollen Fortschritte“

Der Druck gegen Klimapolitik sei überall spürbar, manchmal werde sie von anderen Krisen in den Schatten gestellt. „Gleichzeitig wollen die Menschen, dass wir Fortschritte beim Klimaschutz machen.“ In Deutschland hätten in einer Umfrage kürzlich 70 Prozent der Menschen gesagt, es sei richtig, bis 2045 klimaneutral zu werden. „Nur weil die Gegner oft lauter sind, heißt es nicht, dass sie die Mehrheit sind“, sagte Schneider. 

UN-Generalsekretär António Guterres wandte sich in einer kurzen Videobotschaft an die Teilnehmer des Klimadialogs und ermahnte sie, bei der Reduzierung der Treibhausgase und bei der Finanzierung des internationalen Klimaschutzes nicht nachzulassen. Er fügte hinzu: „Wir können die Fehler der Vergangenheit wiederholen, oder wir können eine Revolution der Erneuerbaren von der Kette lassen. Lassen Sie uns die richtige Wahl treffen, für die Stabilität des Klimas, für Energiesicherheit, für eine lebenswerte Zukunft.“

Minister erinnert an Pflichten

Bei der Eröffnungsveranstaltung der zweitägigen Konferenz sprachen auch der Umweltminister der Türkei, Murat Kurum, und sein australischer Kollege Chris Bowen. Beide bereiten zusammen die nächste Weltklimakonferenz im türkischen Antalya im November vor. 

Kurum sagte die multilaterale Zusammenarbeit sei geschwächt, aber nicht vorbei. Die türkische Präsidentschaft werde die nächste UN-Konferenz, genannt COP31, verantwortungsvoll leiten. Er appellierte an alle Länder, die fälligen Meldungen für ihre nationalen Klimaziele einzureichen - 43 Staaten fehlten noch. Zugleich müssten die Geldgeber ihre Finanzierungszusagen für den globalen Klimaschutz einhalten und die Finanztöpfe auffüllen.

Der Petersberger Klimadialog wird seit 2010 von Deutschland veranstaltet und ergänzt die UN-Klimakonferenzen. Er fand zuerst auf dem Petersberg bei Bonn statt, inzwischen aber regelmäßig in Berlin. Erwartet werden dieses Jahr rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, auch aus der Wirtschaft.

Der türkische Umweltminister Murat Kurum bereitet die nächste Weltklimakonferenz vor.Kay Nietfeld/dpa

Der türkische Umweltminister Murat Kurum bereitet die nächste Weltklimakonferenz vor.Kay Nietfeld/dpa

© Kay Nietfeld/dpa