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AOK: Viele Einweisungen Pflegebedürftiger in Klinik unnötig

Landen Pflegebedürftige zu oft im Krankenhaus? Die AOK sieht vermeidbare Einweisungen und nennt überraschende Ursachen wie Flüssigkeitsmangel oder kleine Wunden.

12.06.2026

Viele Krankheiten könnten durch gute Pflege oft schon im Heim vermieden und Krankenhausaufenthalte somit unnötig werden. (Symbolbild)Hendrik Schmidt/dpa

Viele Krankheiten könnten durch gute Pflege oft schon im Heim vermieden und Krankenhausaufenthalte somit unnötig werden. (Symbolbild)Hendrik Schmidt/dpa

© Hendrik Schmidt/dpa

Einweisungen ins Krankenhaus bei pflegebedürftigen Menschen sind laut aktuellem Gesundheitsreport der AOK Rheinland/Hamburg oft vermeidbar. Im vergangenen Jahr seien auf jeweils 100 dauerhaft im Pflegeheim lebende Menschen durchschnittlich 13 Krankenhausaufenthalte entfallen, die unter geeigneteren pflegerischen Bedingungen möglicherweise nicht erforderlich geworden wären, teilte die AOK in Düsseldorf mit.

Dazu zählten gesundheitliche Probleme wie Wunden oder Flüssigkeitsmangel. Hinzu kämen - wiederum auf jeweils 100 Pflegeheimbewohner gerechnet - rund 50 Krankenhausaufenthalte aufgrund von Hautabszessen, Diabetes, Bronchitis oder Infektionskrankheiten, die ebenfalls bereits im Pflegeheim hätten behandelt werden können.

Nach Angaben der AOK ist etwa jeder 13. Einwohner im Rheinland und in Hamburg pflegebedürftig. Im statistischen Durchschnitt leben demnach etwa 9 von jeweils 1.000 Einwohnern in Pflegeheimen.

Der jährlich erhobene Datenreport der AOK Rheinland/Hamburg beruht eigenen Angaben zufolge auf Auswertungen von Routinedaten ihrer Versicherten. Die AOK ist eine von mehr als 90 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland.

Das stille Leiden

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz mahnte: „Es ist an der Zeit, das stille Leiden der betroffenen Menschen in den Blick zu nehmen.“ Die Krankheitsbilder hochbetagter Patienten verlangten eine engmaschige ärztliche und pflegerische Begleitung. „Doch Bundesregierung und Länder tun nichts, um sowohl die Kassenärztlichen Vereinigungen als auch die Pflegeheimbetreiber in die Pflicht zu nehmen“, kritisierte Stiftungsvorstand Eugen Brysch.