17 pensionierte Polizisten helfen in Abschiebegefängnis aus
Sie waren schon im Ruhestand – jetzt sorgen 17 Ex-Polizisten im Abschiebegefängnis Büren für Ordnung. Warum braucht es gerade sie, und warum werden weitere Pensionäre gesucht?
Insassen der Abschiebehaftanstalt Büren auf dem Freigelände (Archivfoto)Friso Gentsch/dpa
© Friso Gentsch/dpa
Knapp ein Jahr nach der nötigen Gesetzesänderung arbeiten inzwischen 17 pensionierte Polizisten im Abschiebegefängnis Büren. Das teilte das Flüchtlingsministerium auf Anfrage mit. Aktuell werden weitere ehemalige Vollzugsbeamte per Stellenanzeige gesucht, weil die Pensionäre immer nur befristete Verträge bekommen.
Seit dem vergangenen Juli dürfen Menschen, die früher bei der Polizei oder in einem Gefängnis gearbeitet haben, in der Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige (UfA) aushelfen. Tatsächlich wurden bisher nur Ex-Polizisten angestellt, keine ehemaligen Mitarbeiter aus dem Strafvollzug.
Mehr Personalaufwand
Der Hintergrund laut Ministerium: „Seit 2024 ist der Bedarf an Haftplätzen bundesweit gestiegen. Zugleich hat sich der Betreuungsaufwand in bestimmten Fallkonstellationen wie zum Beispiel bei Gefährdern erhöht, sodass für die Unterbringung dieser Personen mehr Personal benötigt wird.“
Eine Sprecherin des Ministeriums betonte: „Die pensionierten Vollzugsbeamten leisten einen wichtigen Beitrag, um die aktuelle Personalstärke in der UfA Büren zu erhalten.“ Zeitweise waren auch aktive Polizisten einer Hundertschaft eingesprungen, das sei aber absehbar nicht mehr nötig, hieß es aus dem Flüchtlingsministerium.
Derzeit befinden sich 135 Ausreisepflichtige in der Unterbringungseinrichtung in Büren. Das entspricht einer Auslastung von etwa 77 Prozent. Das Land hatte bereits im Januar 2025 angekündigt, ein zweites Abschiebegefängnis in Mönchengladbach zu bauen. Ein Eröffnungstermin ist allerdings bisher nicht absehbar.