Zwei Kühltürme von altem Kohlekraftwerk werden gesprengt
Ein Knall - dann sollen zwei 114 Meter hohe Kühltürme fallen. An einem alten Kraftwerk in Gelsenkirchen rücken die Sprengmeister an. Statt mit Kohle soll bald mit Wasserstoff Strom erzeugt werden.
Zwei weitere Kühltürme des Kraftwerks Scholven in Gelsenkirchen werden gesprengt. (Archivbild)Oliver Berg/dpa
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An einem alten Kohlekraftwerk in Gelsenkirchen sollen am Samstag (11.00 Uhr) zwei weitere Kühltürme gesprengt werden. Die beiden Türme des Uniper-Kraftwerks im Stadtteil Scholven sind 114 Meter hoch und bestehen aus rund 15.000 Tonnen Beton. Mit Sprengladungen sollen sie gleichzeitig zum Einsturz gebracht werden und dann aufeinander zukippen.
Das Kraftwerk Scholven war laut Uniper in den 1960er Jahren das größte Steinkohle-Kraftwerk Deutschlands. Mit dem Abschied von der Stromerzeugung aus Kohle wurden die meisten Kraftwerksblöcke stillgelegt. In den Jahren 2008, 2015 und 2025 wurden schon drei Kühltürme und mehrere Industriegebäude auf dem Gelände gesprengt. Nun sind die Blöcke D und E an der Reihe.
Anwohner dürfen in ihren Wohnungen bleiben
Für die Sprengung werde ein Sperrbereich von 300 Metern eingerichtet, teilte Uniper mit. Mehrere Straßen würden gesperrt. Allerdings müssen keine Häuser evakuiert werden - Anwohner können zu Hause bleiben.
Ganz vorbei ist die Zeit der Kohleverstromung am Standort Scholven allerdings noch nicht. Die beiden Blöcke B und C wurden als systemrelevant eingestuft und sollen bis 2031 am Netz bleiben und die Stromversorgung stabilisieren, wenn zu wenig Wind- und Solarstrom erzeugt wird.
Die Zukunft in Scholven: Das neue Gaskraftwerk kann auch mit Wasserstoff betrieben werden. (Archivbild)Oliver Berg/dpa
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Stromversorgung mit grünem Wasserstoff geplant
Auf dem Gelände der gesprengten Kühltürme soll in den nächsten Jahren eine neue Turbinenanlage entstehen, die Strom aus Gas erzeugt. Perspektivisch könnte die Anlage auch mit klimafreundlichem Wasserstoff betrieben werden, teilte Uniper mit. Der Standort Scholven bleibe dadurch wichtig für die Stromversorgung der Region und für den Wandel hin zu erneuerbaren Energien.