Zahlreiche Kampfmittel-Einsätze wegen Niedrigwassers
Im Rhein liegen viele gefährliche Hinterlassenschaften aus dem Krieg. Durch das Niedrigwasser der vergangenen Monate kamen Bomben, Tellerminen und Munition zum Vorschein. Die Behörden warnen.
Das Niedrigwasser des Rheins hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg zutage gefördert. (Symbolfoto) Oliver Berg/dpa
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Bomben, Minen und Granaten: Das Niedrigwasser des Rheins hat in den vergangenen Monaten zahlreiche gefährliche Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg zutage gefördert. Immer wieder waren Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes entlang des Flusses im Einsatz. Eine Auswahl:
- Der Düsseldorfer Feuerwehr wurden bis Ende September rund 30 Kampfmittel-Verdachtsfälle gemeldet - in vier Fällen war eine Entschärfung notwendig, wie eine Stadtsprecherin mitteilte. Gleich drei Panzerfäuste lagen in Höhe des Stadtteils Kaiserswerth - sie wurden durch den Kampfmittelräumdienst kontrolliert gesprengt. „Ansonsten sind es immer wieder Phosphorbomben, Granaten und Kampfmittelreste, die entdeckt werden“, erklärte die Sprecherin.
- In Köln wurden nach Angaben der Stadt zwischen August und Anfang Oktober 53 verdächtige Objekte gemeldet. 33 stellten sich tatsächlich als Kampfmittel heraus. Nach dem Fund einer amerikanischen Zehn-Zentner-Bombe bei Rodenkirchen mussten rund 3.000 Menschen wegen der Entschärfung ihre Häuser verlassen. Auch in Deutz waren wegen einer Bombenentschärfung Evakuierungen erforderlich.
Die Städte warnen eindringlich davor, verdächtige Gegenstände auf den trockenen Flussgebieten zu berühren. (Archivfoto) Oliver Berg/dpa
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- In Höhe der Bonner Rheinaue bargen Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes eine Brandbombe aus dem Fluss, die sie am Ufer kontrolliert sprengten. Auch eine Tellermine, Patronen und Granaten wurden am Rheinufer entdeckt. Der kommunale Ordnungsdienst in Bonn hatte nach Angaben einer Sprecherin aufgrund des Niedrigwassers deutlich mehr Einsätze wegen Kampfmittelfunden als üblich: Insgesamt seien es in diesem Jahr bisher 83 gewesen - 74 davon in den vergangenen acht Wochen.
- Bei Leverkusen hatte es im August innerhalb weniger Tage drei Kampfmittelfunde gegeben. Anfang September sei zudem ein Teil eines alten Gewehrs entdeckt worden, sagte eine Stadtsprecherin.
- Alte Kampfmittel könnten „auch nach vielen Jahrzehnten noch eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben darstellen“, warnte die Stadt Bonn. Die Behörden appellierten an Bürgerinnen und Bürger, die trockenen unbefestigten Bereiche des Flussbetts nicht zu betreten. Wer einen verdächtigen Gegenstand bemerke, solle ihn keinesfalls berühren, sondern per Notruf die Polizei, die Feuerwehr oder die Einsatzleitstelle des Ordnungsamtes informieren.