Panorama

Wie sich die Polizei auf den CSD heute vorbereitet hat

Die Sorge vor einem Anschlag bei einem CSD gab es schon vorher. Nun gab es tatsächlich einen Angriff am Rande der Berliner Veranstaltung. Was bedeutet das für die CSD-Aufzüge in Bonn, Moers und Ahaus?

01.08.2026

Die Trauer nach dem Anschlag beim CSD in Berlin war groß.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Die Trauer nach dem Anschlag beim CSD in Berlin war groß.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Nach dem islamistisch motivierten Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin stehen die heutigen CSD-Veranstaltungen in Nordrhein-Westfalen besonders im Fokus. Man habe die Gefährdungsbewertung für den Aufzug zum Christopher Street Day umgehend überprüft und aktualisiert, teilte die Bonner Polizei mit. Es hätten sich keine Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung der Versammlung ergeben.

Zur Veranstaltung in Ahaus erklärte der zuständige Landrat Kai Zwicker: „Die Polizei schützt den CSD und seine Teilnehmenden, und sie wird gleichzeitig das Sicherheitsgefühl der Menschen stärken - gerade vor dem Hintergrund der schrecklichen Ereignisse in Berlin.“

Die für den CSD in Ahaus zuständige Kreispolizeibehörde Borken sieht keinen Anlass, den Menschen die Freude an der Versammlung zu nehmen. „Die Polizei beurteilt fortlaufend die Lage und passt ihre Maßnahmen an, so wie es erforderlich ist - so können die eingesetzten Kräfte unmittelbar und angemessen reagieren, Hinweise auf Straftaten konsequent prüfen, einschreiten und strafrechtlich verfolgen.“

Innenminister: Wir haben Polizei sensibilisiert

Auch die für Moers zuständige Polizei in Wesel gab auf Anfrage an, die jüngsten Geschehnisse beim CSD in Berlin würden einbezogen. „Alle polizeilichen Maßnahmen sollen trotz der Geschehnisse in Berlin zu einem friedlichen Fest für den CSD in Moers beitragen.“ Man stehe in engem Austausch mit dem Veranstalter und bewerte die Lage immer wieder neu. „Zum Einsatzkonzept und dem damit einhergehenden Personalansatz geben wir aus taktischen Gründen keine Auskunft.“

Innenminister Herbert Reul hatte am Anfang der Woche angekündigt, dass die Sicherheitskonzepte der CSD-Veranstaltungen im Land überprüft würden. „Wir wissen, dass die Gefahr islamistischer Anschläge abstrakt hoch ist“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „In Berlin ist sie nun ganz konkret geworden. Wir haben unsere Polizei darum sensibilisiert.“