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Wenn Zahlen zum Problem werden: Rechenschwäche früh erkennen

Hilfe, mein Kind kann kein Mathe! Diese Sorge kennen viele Eltern, schon in der Grundschule. Aber wann ist Mathematik einfach Übungssache - und wann braucht ein Kind andere Unterstützung?

10.09.2026

Reagieren Kinder mit Unlust oder versuchen, alles zu vermeiden, was mit Rechnen zu tun hat, kann eine Dyskalkulie dahinterstecken.picture alliance/dpa

Reagieren Kinder mit Unlust oder versuchen, alles zu vermeiden, was mit Rechnen zu tun hat, kann eine Dyskalkulie dahinterstecken.picture alliance/dpa

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Plus- und Minusaufgaben werden immer wieder an den Fingern abgezählt, Mengen lassen sich nur schwer erfassen und trotz intensiven Übens stellen sich kaum Fortschritte ein: Solche Beobachtungen können auf eine Rechenstörung, auch Dyskalkulie genannt, hindeuten. 

Aber was bedeutet das genau? Nach Angaben des Portals „Kinderärzte im Netz“ des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) gelten rund fünf Prozent der Grundschulkinder als massiv rechenschwach. Diese Kinder haben häufig keine ausreichende Vorstellung von Mengen und Anzahlen entwickelt und bleiben deshalb lange beim zählenden Rechnen, oft mit Hilfe der Finger oder gedachter „Luftfinger“, während andere Kinder einfache Aufgaben bereits automatisiert lösen.

Auch das Verhalten rund um den Matheunterricht kann Hinweise liefern. Manche Kinder reagieren zunehmend mit Unlust oder versuchen, alles zu vermeiden, was mit Rechnen zu tun hat. Eltern sollten solche Beobachtungen festhalten und mit der kinder- und jugendärztlichen Praxis besprechen. Unter Umständen können die Vorsorgeuntersuchungen eine passende Gelegenheit sein.

Frühes Erkennen kann Ängste verhindern

Ein frühes Erkennen ist wichtig, damit sich Schwierigkeiten und Belastungen nicht verfestigen. Sollte so eine Teilleistungsschwäche nicht frühzeitig erkannt werden, könne das Ängste und andere psychosomatische Auffälligkeiten beim Kind zur Folge haben und eine gesunde kindliche Entwicklung auf allen Ebenen bis ins Erwachsenenalter hinein behindern, heißt es auf dem Portal weiter.

Eine Dyskalkulie können bei Kindern und Jugendlichen unter anderem Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeuten nach speziellen Leitlinien feststellen.

In der Regel hilft es bei diagnostizierter Dyskalkulie nicht, einfach noch mehr zu üben oder mit unspezifischer Nachhilfe aufholen zu wollen. Sondern eine spezielle Dyskalkulie-Therapie - individuell aufs Kind abgestimmt kann sie helfen, Probleme beim Rechnen deutlich zu mindern und den Verlauf der Rechenstörung positiv zu beeinflussen.

Wichtig: Rechenschwäche ist kein Zeichen mangelnder Anstrengung. Je früher die grundlegenden Schwierigkeiten erkannt und gezielt mit professioneller Hilfe aufgearbeitet werden, desto eher lassen sich Belastungen für das Kind begrenzen.

Rund fünf Prozent der Grundschulkinder gelten als massiv rechenschwach.Jens Kalaene/dpa

Rund fünf Prozent der Grundschulkinder gelten als massiv rechenschwach.Jens Kalaene/dpa

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