Panorama

Welches Bedürfnis hinter „Mir ist sooo langweilig“ steckt

Hinter dem Satz „Mir ist langweilig“ steckt oft mehr als nur ein Mangel an Beschäftigung. Eine Psychologin erklärt, wie Eltern Kinder in ihre eigene Welt begleiten können.

02.03.2026

Papa, mir ist langweilig! Langeweile als Nähebedürfnis: Oft suchen Kinder bei Langeweile keine Beschäftigung, sondern Verbundenheit.Annette Riedl/dpa/dpa-tmn

Papa, mir ist langweilig! Langeweile als Nähebedürfnis: Oft suchen Kinder bei Langeweile keine Beschäftigung, sondern Verbundenheit.Annette Riedl/dpa/dpa-tmn

© Annette Riedl/dpa/dpa-tmn

Haben Sie auch das Gefühl, Ihr Kind kann sich zu Hause nie alleine beschäftigen? Schon in kurzen Zeitfenstern ohne Entertainment ertönt aus dem Kindermund ein „Mir ist ja so langweilig!“. 

Dahinter stecke oft ein Bedürfnis nach Nähe, erklärt die Psychologin Fabienne Becker-Stoll in der Zeitschrift „Apotheken Umschau Eltern“ (Ausgabe 03/2026). Viele vermeintlich gelangweilte Kinder möchten „schlicht in Verbundenheit spielen“, so die Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik und Medienkompetenz.

Keine Entertainment-Aufforderung, sondern Einladung

Eltern sollten den Ausruf der Langweile daher nicht als Aufforderung interpretieren, doch bitte beschäftigt zu werden. Manchmal reicht es schon, gemeinsam ein Spiel zu beginnen oder zusammen den ersten Turm aus Bausteinen zu bauen. Danach würden Kinder „sehr schnell in ihre eigene Entdecker:innenwelt übergehen“, so Becker-Stoll.

Die Expertin empfiehlt Eltern, den Satz „Mir ist langweilig“ eher als Einladung zu verstehen, gemeinsam herauszufinden, worauf das Kind wirklich Lust hat. So bringe man dem Kind direkt auch Kompetenz im Umgang mit den eigenen Gefühlen bei.