Panorama

Weiterhin oft Stillstand auf den Autobahnen

Wer flexibel startet, kann Staus zuweilen umgehen. Welche Wochentage laut Verkehrsclubs entspannter sind und wie Baustellen und Ferien die Lage zusätzlich verschärfen.

06.07.2026

Ferienzeit ist Stauzeit – Wer am Wochenende auf der Autobahn unterwegs ist, sollte Geduld mitbringen. Bei flexibler Reiseplanung lassen sich Staus umgehen.dpa-Infografik Gmbh/dpa-tmn

Ferienzeit ist Stauzeit – Wer am Wochenende auf der Autobahn unterwegs ist, sollte Geduld mitbringen. Bei flexibler Reiseplanung lassen sich Staus umgehen.dpa-Infografik Gmbh/dpa-tmn

© dpa-Infografik Gmbh/dpa-tmn

Wir sind mittendrin in der Sommerreisewelle und damit in der Stausaison. Füllen werden sich vor allem die Routen in Richtung Süden in die Alpen und weiter ans Mittelmeer, die Wege an die Küsten von Nord- und Ostsee und auch schon die ersten Heimreisespuren.

Da hilft kein Wehklagen - viele Reisende dürften häufig im Stau stecken, sagt der ADAC fürs nächste Wochenende (10. bis 12. Juli) voraus. Auch der Auto Club Europa (ACE) erwartet eine hohe Staugefahr.

Viele Bundesländer sind schon in die Sommerferien gestartet. Nun kommen Berlin, Brandenburg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern hinzu. Auch im Süden der Niederlande beginnt jetzt die schulfreie Zeit. Und gerade auch bei schönem Wetter dürften zudem viele Tagesausflügler oder Kurzentschlossene für Staus sorgen. Zumindest für die Zufahrtsstraßen in Richtung Berge, Küsten und Seenlandschaften rät der ADAC daher, viel Geduld mitzubringen.

Die Tage in der Übersicht

  • Freitag: Schon ab dem frühen Mittag erwartet der ACE viel Verkehr und hohe Staugefahr, speziell auf den klassischen Urlaubsrouten. Das gilt vor allem in den Regionen der Ferienstarter wie etwa Berlin und Hamburg.
    So müsse auf den Fernstraßen und den Urlaubsrouten bis in den Abend (etwa 20.00 Uhr) hinein mit längeren Staus gerechnet werden. Allerdings würden da, wo bereits Schulferien sind, die Staus im Pendelverkehr „spürbar weniger“. 

    Gebremst wird der Verkehr durch zahlreiche Dauerbaustellen - der ADAC zählt rund 1.000 davon. Dazu könnten auch noch kurzfristige Baustellen kommen, etwa infolge von Blow-ups des Straßenbelags durch die vorangegangene Hitzewelle. 
     
  • Samstag: Das Verkehrsaufkommen bleibt laut ACE „insgesamt hoch“. Allerdings ist es nicht mehr so schlimm wie am Vortag - vor allem frühmorgens bis etwa 9.00 Uhr gibt es demnach nur eine mittlere Staugefahr. Danach sind vor allem in den Nachmittagsstunden bis etwa 17.00 Uhr wieder viele Reisende unterwegs - Stauampel auf Rot. Am frühen Abend ab etwa 17.00 Uhr dürfte sich die Lage „spürbar“ entspannen. 

    Zu einer gewissen Entspannung kann laut ADAC auch das Sommerreise-Fahrverbot für schwere Lastwagen an allen Samstagen vom 1. Juli bis einschließlich 31. August eines Jahres (von 7.00 Uhr bis 20.00 Uhr) beitragen. Am Sonntag gilt es ohnehin ganzjährig von 0.00 bis 22.00 Uhr für Lkw über 7,5 Tonnen. 
     
  • Sonntag: Voll kann es auch am Sonntag werden, doch bis etwa 13.00 Uhr erwartet der ACE, dass eine „weitgehend entspannte Reise“ möglich ist. Danach ist speziell auf den Heimreiserouten mit Verzögerungen zu rechnen.

    Auch mit dem bereits angesprochenen Ausflugsverkehr auf den Strecken rund um touristische Ziele muss nun gerechnet werden. Es wird eine mittlere Staugefahr erwartet, die bis in den Abend anhält. 

    Für den ADAC zählt der Sonntagnachmittag neben Freitagnachmittag und Samstagvormittag zu den Phasen mit den meisten Staus.

An diesen Tagen reist es sich erheblich entspannter

Zwar kann nicht jeder den Starttermin seiner Reise flexibel gestalten. Doch wer in der glücklichen Lage ist, sollte das tun und besser unter der Woche am Dienstag oder Mittwoch außerhalb des Berufsverkehrs aufbrechen, so der ACE. 

Gar kein guter Startzeitpunkt ist der Freitag. Denn hier treffen die Berufspendler auf die Reisenden, was sich meist bis in den späten Abend hinein mit dichtem Verkehr und hoher Staugefahr bemerkbar macht.

Wer partout am Wochenende starten muss, sollte das laut ACE möglichst früh am Morgen tun oder sogar darüber nachdenken, in der Nacht zu fahren. Doch das erfordert noch mehr Konzentration, richtige Selbsteinschätzung und regelmäßige Pausen. Vom Wochenende ist der Sonntag noch der beste Reisetag - mit den erst am Mittag zu erwartenden Staugefahren

Die vielen Baustellen wurden schon erwähnt, doch es gibt auch gute Nachrichten: Die Anzahl der geplanten Autobahnsperren ist im Gegensatz zu den vergangenen Wochenenden gesunken. Dennoch gibt es mancherorts noch welche an diesem Wochenende: etwa in Hamburg auf der A 1 (Lübeck - Bremen). Der ADAC hat dazu eine Seite im Netz.

Der ACE und der ADAC erwarten in den Großräumen Hamburg, Berlin, Rhein-Main, Rhein-Ruhr, Stuttgart und München sowie auf folgenden Autobahnen mehr Verkehr und Staus (oft in beiden Richtungen):

A 1Fehmarn – Lübeck – Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – KölnA 2Oberhausen – Dortmund – Hannover – Braunschweig – Magdeburg – Berliner RingA 3Arnheim – Oberhausen – Köln – Frankfurt/Main – Würzburg und Linz – PassauA 4Heerlen/Aachen – Köln – Olpe und Chemnitz – Dresden – GörlitzA 5Hattenbacher Dreieck – Frankfurt/Main – Karlsruhe – BaselA 6Kaiserslautern – Mannheim – Heilbronn – NürnbergA 7Flensburg – Hamburg – Hannover – Kassel  –  Würzburg –  Ulm – Füssen/ReutteA 8Karlsruhe – Stuttgart – Ulm – München – SalzburgA 9Berlin – Halle/Leipzig – Nürnberg – München A 10Berliner RingA 11Berliner Ring – Kreuz UckermarkA 12Berliner Ring – Frankfurt/OderA 13Dresden – Schönefelder KreuzA 20Lübeck – RostockA 21Kiel – BargteheideA 23Hamburg – HeideA 24Hamburg – Schwerin – Pritzwalk – Berliner RingA 27Bremen – BremerhavenA 31Gronau – MeppenA 38Göttingen – HalleA 40Venlo – Essen – DortmundA 45Dortmund – Hagen – GießenA 59 Köln – BonnA 61Mönchengladbach – Koblenz – LudwigshafenA 81Heilbronn – Stuttgart – SingenA 93Kiefersfelden – RosenheimA 95München – Garmisch-PartenkirchenA 96München – LindauA 99Autobahnring München

Auch der Reiseverkehr im Ausland wird stärker - „er quält sich auch über die Autobahnen“, wie es der ADAC formuliert. Das gilt unter anderemöö für Österreich, wo die Stausaison vor allem auf den Transitrouten weiter Fahrt aufnimmt.

Als Hauptverkehrszeiten nennt der ACE den Freitagnachmittag - speziell in den Ballungsräumen - sowie den Samstag ab den Morgenstunden bis in den späten Nachmittag. Am Sonntag herrsche ab Mittag Rückreiseverkehr.

Auch hier machen zudem einige Baustellen den Reisenden das Leben weiterhin schwer. Das gilt etwa für jene zur Generalsanierung der Luegbrücke (A 13) kurz vor dem Brennerpass sogar für die kommenden Jahre.

Besonders belastet sind laut ACE und ADAC:

  • A 1: West-Autobahn 
  • A2 / E 59/60 Südautobahn – Wien – Graz – Klagenfurt 
  • A 4 / E 60: Ost-Autobahn
  • A 9 / E 57: Pyhrn-Autobahn Graz - Spielfeld
  • A 10 / E 55: Tauern-Autobahn Salzburg - Villach
  • A 11 / E 61: Karawanken-Autobahn Villach - Slowenien
  • A12 / E 60: Inntal-Autobahn Kufstein - Innsbruck
  • A13 / E 45: Brenner-Autobahn Innsbruck - Brenner
  • A14 / E 43: Rheintal-Autobahn Staatsgrenze Deutschland - Feldkirch
  • B 179: Fernpass: Füssen - Reutte - Nassereith
  • B 197: Arlberg-Bundesstraße

Zudem weisen die Clubs auf Restriktionen auf den Ausweichstrecken in Tirol hin. So gelten laut ADAC hier seit 1. Mai generell Abfahrtssperren und Fahrverbote an Samstagen, Sonn- und Feiertagen auf den Ausweichstrecken im Raum Reutte (Fernpassroute), Kufstein (Inntalautobahn) und im Großraum Innsbruck für den Transitverkehr.

Wartezeiten an den Grenzen sind weiter möglich

Wegen der stichprobenhaften Einreisekontrollen an der deutschen Grenze kann es speziell an den Übergängen von Österreich – Suben (A 3), Walserberg (A 8) und Kiefersfelden (A 93) – zu Wartezeiten kommen.

Die aktuellen Reisezeiten in Echtzeit lassen sich für viele wichtige Transitkorridore des österreichischen Autobahnnetzes in nördlicher und südlicher Richtung auf der Webseite der Asfinag ansehen.

Auch die Schweizer Autobahnen füllen sich zunehmend

Auch in der Schweiz verstärkt sich der Transitverkehr vor allem in südliche Richtung spürbar, so die Autoclubs. Neben den Hauptachsen wie etwa der A 1 (Bern – Zürich – St. Gallen) oder der A 3 (Basel – Zürich – Chur) ist hier die Gotthardroute (A 2) speziell gefährdet. Dort sind laut ACE lange Staus und Wartezeiten von über einer Stunde „durchaus wahrscheinlich“.

Ab einer Stunde Wartezeit vor dem Gotthardtunnel kommt dem ACE zufolge ein Ausweichen über die San-Bernardino-Route (A 13) infrage. Letztere dürfte allerdings auch stark befahren sein.