Warum Brände im ausgetrockneten Moor schwer bekämpfbar sind
Der Brand im Hohen Venn ist besonders schwer zu löschen, weil es sich um ein ausgetrocknetes Hochmoor handelt. Dabei gibt es ganz besondere Gefahren.
Weite Teile des Hohen Venn an der Grenze zu Deutschland sind von den Flammen betroffen. Ein Brand im Hochmoor birgt besondere Gefahren.Thomas Banneyer/dpa
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Brände in ausgetrockneten Mooren wie dem belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn können aus mehreren Gründen gefährlich werden. „Wir stehen hier vor einem Problem“, sagte der belgische Feuerwehrkommandant Luc Burette im niederländischen Fernsehen. „Der Boden besteht aus Torf, an der Oberfläche ist Gras. Dadurch kann sich das Feuer schnell ausbreiten.“ Und es kann lange anhalten. Für die unterirdisch glimmenden Torfschichten im trockenen Hochmoor auf belgischem Gebiet prophezeite ein Monschauer Feuerwehrsprecher: „Das wird eine wochenlange Aktion werden.“
„Es ist einfach kein reiner Vegetationsbrand. Moore brennen anders als Vegetation“, sagte Tanja Sanders vom Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde. „Das Feuer breitet sich meist eher unsichtbar im Untergrund aus, das heißt, man sieht gar nicht genau, wo eigentlich der Brandherd ist.“ Bei einem Vegetationsbrand oder speziell auch einem Waldbrand sehe man genau, wo das Feuer gerade sei und er werde auch eher durch Winde beeinflusst.
Feuer bewegt sich unter der Oberfläche
„Bei Moorbränden ist das Feuer eben meistens im Untergrund und kann sich in so einem ausgetrockneten Torf meterweit unter der Oberfläche fortbewegen und an einer anderen Stelle wieder nach oben durchbrechen“, sagte Sanders. Das sei für die Einsatzkräfte extrem schwierig und auch gefährlich.
Der Biologe Tobias Ceulemans von der Universität Antwerpen nennt der flämischen Zeitung „Nieuwsblad“ einen Grund für die Gefahr: Das Hohe Venn sei eigentlich ein Moorgebiet, das nur schwer in Brand gerate. Das Gebiet sei jedoch jahrzehntelang entwässert worden, um dort für die Holzgewinnung Fichtenforst anpflanzen zu können. „Auf solchen Böden müsste es verboten sein, Nutzforst anzulegen“, kritisierte Ceulemans.
In trockenen Mooren kann sich Feuer eher verbreiten
„Wenn das Moor ausgetrocknet ist, dann kann das Feuer sich eben auch in das Erdreich fressen und sich als Schwelbrand entwickeln“, sagt Sanders. „Wenn er nicht bis an die Oberfläche durchkommt, ist es ein Brand ohne Flammen, aber mit starker Rauchentwicklung.“ Der Rauch kann das Atemgift Kohlenmonoxid enthalten.
Zudem brauche man sehr viel Wasser, um bis zum Schwelbrand durchzudringen. „Ich muss ja die gesamte Fläche im Prinzip durchfeuchten. Das heißt, man braucht Unmengen an Wasser“, so Sanders. Am besten wäre jetzt eine Woche Landregen.
Ein Brand im Hochmoor kann sich unterirdisch fortsetzen. Thomas Banneyer/dpa
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