Wanzen im Haus: Warum wir sie besser raus befördern
Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ‚ne kleine Wanze. Im Herbst kommen die Krabbeltiere gerne ins Haus. Warum das für Menschen und Tiere nicht gut ist - und wie Sie Wanzen schonend wieder loswerden.
Harmlose Stinker: Diese Wanzen sind für uns Menschen ungefährlich, riechen aber fies, wenn sie in Gefahr sind – deshalb vorsichtig nach draußen bugsieren.picture alliance/dpa
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Gefährlich sind sie nicht. Dennoch will wohl niemand Wanzen als Mitbewohner haben. Auch wenn die Tiere uns Menschen nicht beißen, keine Krankheiten übertragen und auch der Wohnung nicht wirklich schaden, empfinden viele Leute sie als ekelig.
Doch wenn im Herbst die Temperaturen sinken, kommen die Krabbeltiere gerne ins Warme. Sie gelangen über offene Fenster und Türen, kleine Ritzen und Rollläden ins Haus. Wenn dann jemand aus Versehen draufsteigt, machen nicht nur Stinkwanzen ihrem Namen alle Ehre. Zur Abwehr können auch andere Wanzen ein unangenehm riechendes Sekret absondern, erklärt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu).
Wie wird man die Krabbeltiere also schonend wieder los? Drei Tipps:
1. Mit dem Glas einfangen
Um die Tiere einzufangen, eignet sich ein Glas, schreibt Öko-Test. Einfach über das Tier stülpen und dann ein festes Papier vorsichtig unter die Öffnung schieben. So kann man die Wanze ins Freie befördern und an einem geschützten Platz wieder aussetzen. Danach dann am besten erst einmal die Fenster und Türen geschlossen halten.
Im Grunde suchen die Wanzen nur einen Platz zum Überwintern. Doch Innenräume eignen sich dem Nabu zufolge dafür nicht. Dort finden Wanzen kaum Nahrung. Und durch die Wärme kann es passieren, dass sie keine Winterstarre machen und so ihre Energiereserven schnell aufbrauchen. Im schlimmsten Fall verhungern sie. Daher der Tipp: Am besten lässt man im Garten verblühte Stauden stehen und altes Laub liegen - dann finden Insekten wie Wanzen oder Marienkäfer dort einen Rückzugsort für den Winter.
2. Wanzen von der Rückkehr abhalten
Damit die Wanzen nicht sofort wieder ins Haus gelangen, kann man engmaschige Fliegengitter vor den Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen anbringen. Beim Lüften sollte man gerade morgens und abends das Licht ausmachen - denn die Tiere werden von der Helligkeit angezogen. Auch kleine Versteckmöglichkeiten und Ritzen sollte man ausbessern. Denn die Tiere sind gut darin, kleinste Zwischenräume zu finden und zu nutzen.
Wer Kaminholz oder Pflanzen ins Haus holt, kann die Tiere ebenfalls einschleppen. Da kann es helfen, den Topf oder die Kiste erst einmal in der Garage oder im Hausflur zwischenzulagern. Am besten auf eine Zeitung stellen - so kann man beobachten, ob die Wanzen auf Erkundungstour gehen und sie einfacher einsammeln.
3. Keine Chemie einsetzen
Auf Pestizide sollte man besser verzichten - sie schaden auch uns Menschen. Und auch der Staubsauger ist keine tierfreundliche Lösung. Die Wanzen verenden jämmerlich im Beutel - und vorher werden sie noch ihr stinkendes Sekret absondern, schreibt Öko-Test.
Auch wenn man es immer wieder hört: Die Wirkung von Hausmitteln, etwa einer Mischung aus Essig und Spülmittel, ist laut Öko-Test nicht ausreichend belegt.
Übrigens: In der Natur haben Wanzen durchaus wichtige Aufgaben, etwa als Bestäuber bei Himbeeren und Brombeeren oder als Abfallverwerter. Zudem vertilgen die Nützlinge dem Nabu zufolge Schädlinge und dienen Vögeln, Fledermäusen und Amphibien als Nahrung. Eine Übersicht zu den verschiedenen Arten gibt es online beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und beim Nabu.