Panorama

Wie eine Mondlandschaft: Feuerwehrleute aus NRW in Spanien

Spezialisten aus Nordrhein-Westfalen kämpfen zusammen mit ihren spanischen Kollegen gegen die verheerenden Waldbrände. Trotz aller Strapazen sei die Stimmung gut, sagt ein Feuerwehrmann.

02.08.2026

Die spanischen Behörden hatten die deutschen Waldbrand-Spezialisten zur Unterstützung angefordert.Sven Kaeuler/dpa

Die spanischen Behörden hatten die deutschen Waldbrand-Spezialisten zur Unterstützung angefordert.Sven Kaeuler/dpa

© Sven Kaeuler/dpa

Fast 2.000 Kilometer von Zuhause entfernt suchen sie nach Glutnestern: Feuerwehrleute aus Nordrhein-Westfalen kämpfen in Spanien gegen die Waldbrände. „Die Arbeit ist extrem anstrengend, aber die Motivation ist groß“, sagt Frank Frenser von der Feuerwehr Bonn der Deutschen Presse-Agentur. „Wir erleben viel Dankbarkeit.“

Am Samstag ist die Waldbrand-Spezialeinheit an ihrem Einsatzort in der Region Kastilien-León im Nordwesten Spaniens angekommen. Die spanischen Behörden hatten das sogenannte Waldbrandmodul im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens angefordert. 

Unter den 56 Einsatzkräften sind Berufs- und freiwillige Feuerwehrleute aus Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Königswinter und Ratingen.

Unterkunft in ehemaligem Kloster

Schon kurz nach der Ankunft habe ein Team den spanischen Kollegen beim Löschen eines Brandes in einem Naturschutzgebiet geholfen, während das andere Team sich in der Unterkunft einrichtete. 

„Wir sind in einem alten Kloster untergekommen, mit einem großen Speisesaal, genug Betten und Sanitäranlagen“, sagt Frenser. „Das ist schon super. So kann sich das Logistikteam auf andere Sachen konzentrieren, als Zelte aufzubauen und Duschen zu betreiben.“

Die Stimmung in der Truppe sei gut, sagt Frenser.Sven Kaeuler/dpa

Die Stimmung in der Truppe sei gut, sagt Frenser.Sven Kaeuler/dpa

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Die Gegend sei sehr abgelegen und hügelig. „Man fährt über eine Bergkuppe - und dahinter ist alles verbrannt, alles schwarz, wie eine Mondlandschaft.“ Dort habe das Feuer in den vergangenen Tagen stark gewütet. „Wo gestern noch diese extremen Flammen waren, kontrollieren wir, dass das Feuer jetzt auch wirklich aus ist“, schildert er. 

Körperlich anstrengende Arbeit

„Mit unseren Tanklöschfahrzeugen geben wir da viel Wasser ab und wühlen auch noch mal den Boden um, gucken nach der Vegetation, so abgebrannte Baumstümpfe, dass wir die mal aufmachen.“ Dies sei vor allem bei Temperaturen um die 30 Grad körperlich sehr anstrengend.

Schon ein einzelnes Glutnest kann das Feuer wieder anfachen.Sven Kaeuler/dpa

Schon ein einzelnes Glutnest kann das Feuer wieder anfachen.Sven Kaeuler/dpa

© Sven Kaeuler/dpa

Das Aufspüren und Ablöschen von Glutnestern im Boden oder an Bäumen sei die wichtigste Aufgabe bei der Waldbrandbekämpfung. „Man kennt natürlich die Löschflugzeuge, die Wasser auf so Riesen-Flammen abwerfen. Aber am Ende wird ein Waldbrand immer nur am Boden gelöscht“, sagt Freser. „Menschen müssen dorthin gehen und die Flammen löschen, das kann kein Löschflugzeug der Welt leisten.“ Wenn auch nur ein Glutnest übrig bleibe, könne es bei einem Windstoß das Feuer neu entfachen.

Lernen von den Profis

Die Stimmung in der Truppe sei hervorragend, sagt der 37-Jährige. „Man kennt sich kaum, nur von Übungen und Einsätzen, aber das ist ab dem ersten Moment ein ganz eingespieltes Team, das für die Sache kämpft und auch Spaß daran hat, sich im bergigen Gelände und bei Hitze da einzusauen.“ 

Die Feuerwehrleute müssen unter anderem Glutnester aufspüren und ablöschen.Sven Kaeuler/dpa

Die Feuerwehrleute müssen unter anderem Glutnester aufspüren und ablöschen.Sven Kaeuler/dpa

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Auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden klappe sehr gut. Die spanischen Feuerwehr-Kollegen seien dankbar für die Unterstützung. Umgekehrt würden die Helfer aus NRW viel von ihnen lernen. „Das sind ja Profis, die sich das ganze Jahr mit der Bekämpfung von Waldbränden auseinandersetzen“, sagt Frenser.

„Im Winter gucken sie, dass sie die Vegetation so pflegen, dass das über den Sommer im Griff zu halten ist. Und im Sommer, wenn es dann losgeht, bekämpfen sie die Brände. Das ist natürlich gut, von denen mal zu lernen, wie die das machen.“

Das Team ist in einem ehemaligen Kloster untergebracht.Sven Kaeuler/dpa

Das Team ist in einem ehemaligen Kloster untergebracht.Sven Kaeuler/dpa

© Sven Kaeuler/dpa