Panorama

Vorwurf Totschlag: Vermeintlicher Sanitäter vor Gericht

Ein 30-Jähriger soll mit gefälschten Papieren als Notfallsanitäter gearbeitet haben – mit tödlichen Folgen. Nun beginnt in Kleve der Prozess gegen den Mann.

16.07.2026

Der Angeklagte gab sich als Notfallsanitäter aus. (Symbolbild)Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB

Der Angeklagte gab sich als Notfallsanitäter aus. (Symbolbild)Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB

© Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB

Weil er sich mit gefälschten Urkunden als Notfallsanitäter ausgegeben und so für den Tod eines Menschen verantwortlich sein soll, steht ab diesem Donnerstag in Kleve ein 30-Jähriger vor dem Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung und Urkundenfälschung vor. 

Am ersten von fünf angesetzten Prozesstagen sind mehrere Polizeibeamte geladen. Zunächst soll die Anklage verlesen werden. Der zufolge soll der Deutsche bei Bewerbungen gefälschte Dokumente vorgelegt und sich so Jobs als Notfallsanitäter erschlichen haben. 

Angeklagter soll Notarzt-Behandlung verhindert haben

Nach einem Einsatz in Kamp-Lintfort im August 2025 starb ein schwer Herz- und lungenkranker Patient - nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft, weil der vermeintliche Sanitäter ihm die falschen Medikamente gegeben und eine Notarzt-Behandlung verhindert hatte. 

Bereits zuvor soll es bei einem anderen Arbeitgeber in Wermelskirchen zu einer gefährlichen Situation gekommen sein: Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte einem Patienten mit Lungenödem eine falsche Infusion gelegt haben. Eine Kollegin hatte das bemerkt und eingegriffen.