Panorama

Überfall auf schlafendes Paar - neuer Mordprozess gestartet

Mitten in der Nacht dringen Täter ins Schlafzimmer, fesseln ein Ehepaar – doch es überlebt und kämpft sich frei. Jetzt steht ein weiterer Verdächtiger vor Gericht.

16.06.2026

Vor dem Landgericht Bonn muss sich ein 40-Jähriger verantworten. (Symbolbild)Thomas Banneyer/dpa

Vor dem Landgericht Bonn muss sich ein 40-Jähriger verantworten. (Symbolbild)Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

Drei Jahre nach einem brutalen Raubüberfall auf ein schlafendes Ehepaar in seinem Gehöft in Zülpich muss sich ein weiterer mutmaßlicher Täter wegen Mordes und Mordversuchs vor dem Bonner Landgericht verantworten. Der Prozess hat am Dienstag begonnen.

Die Eheleute - damals beide 76 Jahre alt - waren in der Nacht zum 15. August 2023 von mehreren Tätern in ihrem Haus überfallen worden. In ihren Betten wurden sie durch Tritte und Schläge mit einem unbekannten Gegenstand lebensgefährlich verletzt. Anschließend wurden sie mit Nylonseilen und zerrissenen Betttüchern gefesselt und zurückgelassen.

Die Täter sollen sich laut Anklage sicher gewesen sein, dass die Bewohner nicht überleben würden. Dem Ehemann gelang es dennoch, sich zu befreien und Hilfe zu holen - beide überlebten die Tat. Der Mann starb allerdings etwa ein halbes Jahr später an den Folgen der schweren, multiplen Kopfverletzungen.

Ein Urteil gab es schon

Der Angeklagte im nun gestarteten Mordverfahren war bereits zweimal wegen dringenden Tatverdachts festgenommen und mangels Beweisen wieder freigelassen worden. Durch neue Erkenntnisse des Landeskriminalamtes kam der 40-Jährige allerdings wieder in den Fokus der Ermittler. Am ersten Prozesstag erklärten seine Verteidiger, er werde sich schweigend verteidigen. Auch zu seiner Person wolle er vorerst nichts sagen. Für den Mordprozess sind vorläufig 14 Verhandlungstage bis Ende August terminiert.

Im Mai 2024 war bereits ein 37-jähriger wegen Mordes, Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte das Verbrechen überraschend gestanden, aber erklärt, er habe bei der Tat nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Es gebe zwei weitere Mittäter und einen Auftraggeber. Namen hatte er jedoch nicht verraten.