Panorama

Toter im Auto am Kanal: Neue Ermittlungen nach 12 Jahren

Eine Joggerin hatte bei Greven 2015 ein ausgebranntes Autowrack gefunden. Die Polizei hat nochmals genau hingeschaut. Jetzt steht wohl fest: Zeugen haben nicht ganz korrekt ausgesagt.

16.09.2026

Dieses ausgebranntes Auto hatte eine Joggerin im Februar 2015 in der Nähe eines Motocross-Platzes am Dortmund-Ems-Kanal bei Greven entdeckt. Der 44-jährige Fahrzeughalter kam vermutlich gewaltsam ums Leben. -/Polizei Münster/dpa

Dieses ausgebranntes Auto hatte eine Joggerin im Februar 2015 in der Nähe eines Motocross-Platzes am Dortmund-Ems-Kanal bei Greven entdeckt. Der 44-jährige Fahrzeughalter kam vermutlich gewaltsam ums Leben. -/Polizei Münster/dpa

© -/Polizei Münster/dpa

Fast zwölf Jahre nach dem Fund eines Toten in einem ausgebrannten Auto am Dortmund-Ems-Kanal bei Greven hat die Polizei neue Spuren und Erkenntnisse. Laut gemeinsamer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Münster gehen die Ermittler in dem sogenannten Cold Case davon aus, dass Zeugen nach dem mutmaßlichen Mordfall 2015 falsche Aussagen gemacht hatten. 

Diese falschen Angaben seien aber jetzt nach mehr als zehn Jahren strafrechtlich verjährt, so dass Polizei und Staatsanwaltschaft hoffen, dass die Betroffenen sich nochmals äußern. Im Februar 2015 hatte eine Joggerin das ausgebrannte Fahrzeug entdeckt. Der Tote war ein 44-jähriger Fahrzeughalter aus Greven. Zwei Männer aus Lengerich und Münster standen im Mittelpunkt der Ermittlungen und kamen wegen des Verdachts auf einen Raubmord in Untersuchungshaft. 

Haftbefehle wurden aufgehoben

Das Oberlandesgericht Hamm aber hatte Zweifel am dringenden Tatverdacht und hob 2015 die Haftbefehle auf. 2017 zeigte die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ den Fall. Zahlreiche Hinweise gingen ein, aber keiner führte zum Durchbruch. Die Staatsanwaltschaft lobte eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise aus, die bis heute gilt. 

Im vergangenen Jahr schaute sich eine Mordkommission der Polizei in Münster den Cold Case, also den ungelösten Fall, erneut an und ermittelte dank neuer Technik und besserer Auswertungsmöglichkeiten neue Ergebnisse. Daraus würden die Ermittler den Schluss ziehen, dass die Zeugen sich damals „nicht wahrheitsgemäß geäußert“ hätten, heißt es in einer Mitteilung. 

Gezielt sucht die Polizei jetzt nach Zeugen, die Hinweise zum Tod des Mannes geben können. Dabei geht es um die Zeit vom 17. Februar um 17.00 Uhr bis zum 18. Februar 2015 um 4.00 Uhr. Gefunden wurde das ausgebrannte Fahrzeug im Münsterland am Kanal in der Nähe eines Motocross-Platzes. Auch fragen die Ermittler, wer etwas zum Aufenthalt des 44-Jährigen am Rosenmontag und Veilchendienstag des Jahres 2015 sagen kann.